Tja, da tippe ich sie …. meine “Lebensgeschichte”, die viele von euch durch meine Seite unter dem Link “About” schon kennen, diesmal allerdings aus einem ganz anderen Grund! Die ERGO Versicherung hat eine tolle Aktion unter dem Motto „#MeinWeg2016“ in’s Leben gerufen in dem Sie außergewöhnliche Lebensgeschichten veröffentlichen.Link zum ERGO Blog Artikel

Mein Lebensweg ist sicherlich ungewöhnlich und sehr anspruchsvoll von daher hoffe ich, dass mein Weg beweist, dass es sich lohnt zu kämpfen.

 


#deinweg2016 Ich bin Isabel, genannt Isa und bin mittlerweile Anfang Dreißig. Ich komme aus dem wunderschönen Ruhrgebiet und mein ungewöhnlicher Lebensweg begann also mit 16 Jahren! Bis zu diesem Zeitpunkt verlief mein Leben wie bei den meisten ohne große Aufregung. Ich ging zum Gymnasium, machte Leistungssport und in der Leichtathletik errang ich immer “höherwertigere” Erfolge. Bis zu dem Tag, an dem ich das erste mal Schmerzen im Rücken bekam.

Diagnose Bandscheibenvorfall mit 16 Jahren!

Es begann ein Jahr mit allen möglichen konservativen Behandlungsmöglichkeiten, aber meine Schmerzen wurden schlimmer.

Eines Tages bekam ich dann so starke Lähmungserscheinungen im Bein, dass ich an einer OP nicht mehr vorbei kam.

Nach der OP ging es mir erstmal für ca. 6 Wochen gut, doch dieser Zustand sollte leider nicht von Dauer sein.

Neuer Bandscheibenvorfall, neue Schmerzen und erneute Lähmungserscheinungen.

Diesmal konnte man allerdings nicht so lange warten, weil meine Lähmung im Bein von Anfang an stärker war…also wieder unters Messer.

Es folgte eine wochenlange Reha und es dauerte eine ganze Weile bis ich nach dieser deutlich längeren OP, wieder fit war. Aber wie sagt man so schön, „Kopf hoch, Krönchen richten, weiter geht’s“!

Doch leider kam es wie es kommen musste, auch nach dieser 2. OP war die Leidenszeit noch nicht beendet.

Insgesamt wurde ich zwischen meinem 16. und 23. Lebensjahr 22 mal operiert, hatte durch die vielen Medikamente ein Leberversagen und irgendwann kam auch noch eine schwere Lungenerkrankung dazu, die es eigentlich nur in Asien gibt.

Insgesamt waren es 7 Jahre die so viele Tiefen hatten, dass ich jedes Mal dachte, ok jetzt kann es nur noch besser werden und jedes Mal kam es anders…

Trotz der vielen Wochen und Monate in den verschiedenen Kliniken und Reha Einrichtungen, konnte ich mein Abitur bestehen und mein Physiotherapie Studium mit dem Staatsexamen abschließen. Denn ein Ziel stand für mich immer fest… die Jahre waren hart und manchmal hatte ich solche Schmerzen, dass ich nicht wusste wie ich den nächsten Atemzug nehmen sollte, aber irgendwann würde ganz, ganz sicher wieder alles “normal” werden!!! Zu diesem Zeitpunkt war ich sogar noch davon überzeugt, dass ich bald wieder zum Training gehen werde. Aber, da war ich wohl zu optimistisch…

Ich beendete also mein Studium, schrieb eine Bewerbung nach der anderen und besuchte parallel Fortbildungen. Nur eine feste Anstellung bekam ich leider nicht.

So war die Freude bei meiner Familie und mir um so größer, als ich nach über einem Jahr und 307 Bewerbungen endlich eine feste Anstellung und somit eine Chance auf eine Zukunft bekam. Juhu, jetzt würde endlich alles “ganz normal” werden, mehr wollte ich ja gar nicht, nur den normalen Alltag einer jungen Frau Anfang Zwanzig!

Gerade weil ich so lange auf einen Vollzeitjob gewartet habe, bin ich wenige Tage vor Beendigung meiner Probezeit mit einer “dicken Erkältung” und Fieber, arbeiten gegangen.

3 Tage nach Ausbruch dieser “Erkältung” wandelte sich mein Schicksal erneut gegen mich.

Ich stand also morgens total gerädert auf und quälte mich ins Bad, als ich bemerkte, dass meine Zehen ganz taub wurden.

Lange Rede, kurzer Sinn… noch am selben Nachmittag fand ich mich schwer Krank und unfähig zu laufen auf der Intensivstation wieder! Mittlerweile war ich bis zum Bauchnabel gelähmt und die Lähmung stieg höher und höher!

Irgendwann am späten Abend war klar, dass ich zügig in ein “künstliches Koma” gelegt werden musste, da die Lähmung weiter hoch stieg und bald die Lunge erreichen würde. Ohne den künstlichen Tiefschlaf und die Beatmung, wäre ich ansonsten erstickt.

Ich rief also mitten in der Nacht noch einmal bei meiner Ma und meinem damaligen Freund an. Dieses Gespräch war für mich die Hölle, denn natürlich hatte ich Angst und Sorge, aber gerade für meine Familie musste das alles noch tausendmal schlimmer gewesen sein.

Nach diesem Gespräch “schlief” ich dann für 3,5 Monate ein!

Es stellte sich heraus, dass ich am Guillain Barree Syndrom (grob gesagt eine Entzündung des Rückenmarks) erkrankte.

Ob man erkrankt oder nicht, ist momentan aus Sicht der Mediziner einfach “Schicksal” und hatte nichts mit den vorherigen Erkrankungen zu tun.

Nach 3,5 Monaten künstlichem Koma wachte ich langsam wieder auf. Da mein Krankheitsverlauf sehr schwer verlief, musste ich noch lange kämpfen. Erstmals musste ich wieder selbständig atmen, besuchte eine Reha nach der nächsten, bis die Lähmung zumindest so weit rückläufig war, dass ich mich knapp 2 Jahre später wieder aus dem Rolli heraus kämpfen konnte.

Das Schlimmste allerdings war die Beurteilung meiner zukünftigen Arbeitsfähigkeit von diversen Fachärzten während der Reha: Ich würde nie wieder arbeiten können, nicht als Physiotherapeutin und auch sonst nicht!

Was bedeutete, ich wurde mit mitte Zwanzig komplett berentet!

Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich mit 24 Jahren von einer Reha in meine Wohnung zurück kam und das Kopfkarussel begann. Mein Freund war weg, mein ach so toller Freundeskreis war so gut wie weg, ich konnte mich kaum selbst versorgen und arbeiten würde ich nie wieder können. Es wurde mir bewusst, dass ich somit von einer minimalen Rente, am Existenzminimum leben muss! Zu dem Zeitpunkt war ich so tief am Boden, dass ich schwer depressiv wurde und mehr vor mich hin vegetierte, als dass ich ein lebenswertes Leben geführt hätte.

Es dauerte insgesamt gute 2 Jahre, bis ich wieder besser laufen konnte, mich langsam an meinen “Rentneralltag” gewöhnte und mein Leben wieder halbwegs unter Kontrolle hatte. Meine Eltern standen die gesamte Zeit hinter mir, meine Ma und mein Pa besuchte mich ständig in den Kliniken, nahmen Sonderurlaub, ertrugen meine Zickereien und mein ständiges Selbstmitleid ohne “mit der Wimper zu zucken”.

Nachdem ich die letzte Rehaphase beendete, konnte ich endlich wieder dauerhaft zu Hause leben. Als ich dann Zuhause war, gab es eine weitere riesen Hilfe, denn mein Hundemädchen Milla zog bei mir ein! Ein Psychologe in einer Reha brachte uns auf die Idee eines (Therapie) Hundes. Natürlich mussten wir das Thema Hund genau durchsprechen, was passiert mit Milla wenn es mir mal schlecht geht, wer versorgt dann den Hund usw. Aber es gab für alle möglichen “Probleme” eine Lösung.

Die für mich beste “Therapie” überhaupt! So konnte ich mich nicht mehr tagelang einigeln und die Wände anstarren… Milla muss 3 mal am Tag raus…. und ich musste laufen!

Als gerade, alles endlich so schien, als würde ein bisschen Normalität einkehren, meinte mein Schicksal allerdings erneut “eingreifen” zu müssen.

2010 feierten wir einen wunderschönen, besinnlichen Heiligabend mit der gesamten Familie und der Verwandtschaft. Es war ein friedliches Weihnachtsfest, mit allem was dazu gehört und niemand ahnte auch nur im entferntesten, was in dieser Nacht noch geschehen würde!

Nach dem schönen Weihnachtsfest wollte ich meine Ma nach Hause fahren. Wir fuhren los, meine Ma saß bei bester Laune neben mir und mein Milla saß hinten auf der Rücksitzbank. Wir waren gerade 10 Minuten unterwegs als meine Ma ganz plötzlich sagte, „Isi mir wird so schlecht, Isi mir wird soooooo schlecht, Isiiiiiiiiii …“ und in dem Moment wurde sie bewusstlos. Der herbei geeilte Notarzt konnte jedoch leider nur noch den Tod feststellen.

Eigentlich hatte ich angenommen, dass ich nicht tiefer sinken könnte, als ich vorher schon gesunken war…. doch nach dem Tod meiner Ma bekam ich eiskalt zu spüren, dass man immer noch tiefer fallen kann!

Die kommenden Wochen und Monate, nach dem plötzlichen Tod meiner Ma, waren geprägt von Wut, Verzweiflung, Trauer und Schmerz! Es war eine ganz, ganz furchtbare Zeit!

Ich war so wütend, so unglaublich wütend auf mich, meine Ma, mein Leben…mein Schicksal!

Neben der Trauerbewältigung musste ich mich weiterhin mit meinem Gesundheitszustand auseinandersetzen. Die Behandlungsmöglichkeiten meines Rückens wurden immer kleiner und die Morphindosen immer höher. Nach diversen Untersuchungen wurde klar, dass ich mit großer Sicherheit irgendwann wieder im Rolli sitzen werde.

Bei all den Erlebnissen der letzten Jahre, wurde mir irgendwann ein Gedanke immer klarer…Wenn ich noch mehr aus meinem Leben machen möchte, dann muss ich jetzt “neue Wege” gehen und etwas wagen.

Also fing ich erstmals ganz heimlich an mit meinen Hirngespinsten Pläne zu schmieden. Die vergangenen Jahre waren unglaublich hart, aber sie haben mich auch eines gelehrt… Es bringt GAR NICHTS den Kopf hängen zu lassen. Es kommt keine gute Fee die einem die Probleme abnimmt und das eigene Leben positiv gestaltet… man muss es selber tun, oder man geht irgendwann unter!

Nachdem ich 100% wusste was ich wollte, habe ich meinen Bruder und meinen Vater in meine Pläne eingeweiht.

Ich wollte meinen Traum von einem Wohnmobil (Womo) leben, durch Deutschland reisen und quer durch Europa on „The Road“ sein!

Reisen für ein neues Leben In den kommenden Wochen sahen mein Vater und ich uns fast täglich Wohnmobile an und irgendwann kam der Tag der Tage! Ich saß das erste mal hinter dem Steuer unserer “Omi”, einem alten, kleinen Wohnmobil, das mir die Welt zu Füßen legen sollte!

Ich hatte bis dahin NICHTS mit Wohnmobilen oder auch nur mit Camping zu tun, aber insgeheim hatte ich schon immer diesen “Lagerfeuer-Freiheits-Traum”!

Trotzdem hatte ich natürlich riesige Bedenke. Was ist wenn ich alleine mit dem Womo nicht klar komme oder wenn mein “Lagerfeuer-Freiheits-Traum” in Realität zum Alptraum wird?

Egal, ich setzte ich alles auf eine Karte und fuhr irgendwann im März 2012 zum aller erstenmal allein an die Nordsee.

Seitdem bin ich immer wieder in ganz Europa unterwegs, erlebe neues, lerne Menschen kennen und werde immer sicherer im Umgang mit dem Wohnmobil. Ich konnte meine freie Zeit sinnvoll gestalten und somit verbesserte sich meine Stimmung von Tour zu Tour.

Und doch bleiben riesige Zukunftsängste!

Es kann doch nicht sein, dass mein gesamtes Leben durch die Krankheiten kontrolliert wird.

Ich bin Anfang 30 und habe schlaflose Nächte, weil ich keinerlei finanziellen Reserven habe. Es darf bei mir nichts Großes spontan kaputt gehen. Einfach mal Shoppen gehen und mir schöne Dinge leisten ist auch nicht möglich.

Ich will in eine Zukunft blicken, die mir gefällt und die ich vor allem selber bestimmen kann.

Aus diesem Grunde habe ich mich immer weiter nach einer Tätigkeit und Chance gesucht, die im Rahmen meiner Möglichkeiten ist. So kam ich genau vor einem Jahr dazu, einen eigenständigen Blog aufzubauen….IsasWomo.

Auf IsasWomo schreibe ich über meine Touren, gebe aber auch immer wieder Tipps zum (allein)reisen, zu Stell und Campingplätzen, schreibe über tolle Regionen und gebe Tourvorschläge.

Innerhalb weniger Monate bekam ich immer mehr Leser und langsam wurden auch kleinere Unternehmen auf mich aufmerksam. Also bemühte ich mich weiter, setzte alles auf eine Karte und ging das Thema “Blog” intensiver an. Ich meldete ein Gewerbe an, schaltete Werbung, nutze jeden Cent den ich übrig hatte für Marketing & Co ein um meinen Blog voran zu bringen.

Das Arbeiten an meinem Blog machte mir immer mehr Spaß und das erkannten auch meine Leser. Langsam flatterten Kundenanfragen für die Betreuung ihrer Internetseiten in mein Email Postfach. Motiviert durch diese Kundenanfragen eröffnete ich vor einigen Wochen eine 2. Internetpräsenz „Arbeit, Wind und Wellen“!

Seitdem arbeite ich also nun ganz offiziell und über alle sozialen Plattformen als Digitale Nomadin bzw. virtuelle Assistentin! Ich schreibe weiterhin als Bloggerin für Tourismusverbände, online Magazine und Campingausstatter, erstelle und betreue aber auch Internetseiten für Unternehmen, Praxen oder privat Personen.

So kann ich meine Zeit frei einteilen und jederzeit Pausen einlegen. Denn es ist immer noch so, dass ich Tage habe, an denen es mir körperlich extrem mies geht, aber diese Tage habe ich zu Hause genauso wie unterwegs.

Die verschiedenen Aufträge, die ich bisher erhalten habe, zeigen mir ich bin in der Lage etwas zu schaffen… und wenn ich durch die Schmerzen nur eine Stunde am Laptop sitzen kann, dann ist das eben so! Nach einer Ruhephase oder einem Spaziergang kann ich meistens nochmal konzentriert arbeiten. Und wenn ich in der Nacht mit wachen Augen im Bett liege und mich von links nach rechts drehe, dann nutze ich mittlerweile die Zeit zum Arbeiten.

Werde ich es so jemals schaffen ohne finanzielle Sorgen zu leben? Ich weiß es nicht!

Mein Weg 2016Was ich aber weiß ist, dass ich es versuchen muss und die Aufträge zeigen mir, dass ich auf einem guten Weg bin. Momentan kommt ein Auftragsangebot nach dem anderen an und bisher konnte ich alle Aufträge zur vollsten Zufriedenheit fristgerecht abliefern.

Endlich habe ich wieder das Gefühl etwas Leisten zu können, ich werde gebraucht und kann meine Zukunft (teilweise)selbständig lenken. Mit diesem Beitrag und meiner Teilnahme an dieser tollen Aktion der ERGO Versicherung möchte ich Euch da draußen im Großen WWW sagen, Aufgeben ist keine Option, auch wenn das Schicksal Euch viele und schwere Steine in den Weg legt. Es lohnt sich aufzustehen und weiter zu machen, so schwer es manchmal auch ist! Das Leben hat noch soviele schöne Seiten für uns!

Meine Entscheidung meinen “ Lagerfeuer-Roadtrip-Traum“ zu leben war goldrichtig, auch wenn er mich vieeeeel Mut gekostet hat! Ich bin wieder zuversichtlich, kann nach vorne blicken und bin sogar in der Lage anderen Menschen zu helfen!

Aber das Beste ist wohl, ich habe etwas gewagt und ich bin mir sicher, meine Ma ist stolz auf das was sie irgendwo von da oben sieht!

NACHTRAG!!!

Danke, Danke, Danke für eure Unterstützung!!! Mittlerweile wurde ich von der ERGO Jury ins Finale gewält und das dort stattgefunden Voting wurde beendet! Ich wurde tatsächlich 2., bin total happy und DANKE EUCH ALLEN VON HERZEN!!!

DANKE eure Isa!