Ein Womo – Winter – Weihnachtsmärchen 2015

Ein Womo – Winter – Weihnachtsmärchen 2015

Sicherlich zermürbt euch das warten aufs Christkind genau so wie mich. 🙂 Aus diesem Grund hab ich ein Womo- Winter- Weihnachtsmärchen geschrieben und hochgeladen…. Damit ihr gut einschlafen könnt, oder euch der Weihnachtsstress nicht so fertig macht.

Nehmt euch Zeit und viel Spaß beim Lesen… ♥


Es war einmal ein kleines, ein klitze, klitze kleines Wohnmobil mit dem wunderschönen Doppelnamen“ Dethleff- Rudolf”.  Diese kleine Wohnmobil stand Tag ein, Tag aus traurig, müde und niedergeschlagen in der Ecke einer großes, zugigen Halle.

Um Rudi herum wohnten noch andere Wohnmobile, große, starke Wohnmobile, derer Lack glänzte wie die Glatze von Meister Propper und derer Motoren heulten wie ein ganzes Rudel Wölfe. Doch diese ganzen starken Wohnmobile waren gemein zu Dethleff-Rudolf, sie stupsten ihn Nachts, wenn der Kleine gerade eingeschlafen war, auf seine empfindlichen Blinker, machten sich über sein kleines Mal , oben an der rechten Alkoven Ecke lustig oder sangen, sobald der Besitzelaus ihnen den Rücken zu drehte, ei, ei, ei was sehen wir da, Rosti steht hier schon 10 Jahr!

Er und rostig , das stimmte einfach nicht, kein einziges kleines bisschen Rost hatte er, er war ein sauberes,ein feines Womo und ganz sicher nicht oben huiii untern pfuiii !, und so zitterte und bebte der Kleine in so mancher Nacht vor Wut und Traurigkeit, und während alle anderen schliefen, lief ihm schonmal die ein oder andere Träne aus seinen Wischwasser Düsen über die Motorhaube. 

Eines Morgens kam der Besitzelaus in die Halle und sofort schmiegten sich die anderen Wohnmobile an den großen, dicken Besitzelaus an, sie wollten sich alle nur einschleimen denn jeder hoffte er bekomme eine nette Familie ohne Hunde für einen langen, großen Familienurlaub in warmen Gefilden im zur miete.

Doch der Besitzelaus alberte diesmal nur kurz mit den anderen Wohnmobilen herum, und sagte dann, die anderen sollten ihn doch bitte mal durch lassen, er müsse wichtiges mit “ Dethleff- Rudolf besprechen.

Rudi spitze sofort seine Außenspiegel Ohren, waaaaas , der Besitzelaus wollte mit iiiiiihhhhm sprechen, sollte der Tag etwar gekommen sein, an dem er mit einer Familie los fahren durfte? Das war seit Jahren nicht mehr vor gekommen. Rudi war sofort nervös, er tippte von einem Reifen auf den anderen, er konnte einfach nicht mehr ruhig stehen, sein Motorherzchen hämmerte nur so unter der Haube und vor lauter Aufregung verlor er gar 3 Tropfen Öl … aber psssssssssst, das hat niemand gesehen!

So presste sich der Besitzelaus mit seinem dicken Bauch und der roten Nase an allen Wohnmobilen vorbei, und stand vor unserem kleinen Rudi mit dem kleinen Mal, ganz oben an der rechten Alkoven Ecke.

Pass auf mein guter alter Rudi, die Zeit ist gekommen, sagte der Besitzelaus. “ Die Zeit ist gekommen” dachte Rudi, waaaaahnsin ich bekomme eine Mietfamilie, und seine Motorhaube verzog sich zu einem breiten Grinsen. Doch der Besitzerlaus sprach weiter:  Rudi ich kann Dich einfach nicht länger bei mir behalten, du kostest mich zu viel Geld, seit Jahren konnte ich Dich nicht mehr vermieten, darum habe ich eine Anzeige aufgesetzt, Rudi du wirst verkauft, heute Nachmittag kommt ein Käufer.

“ Waaaaaaaaaaaas” …. Dethleff- Rudolf stockte der Atem, was hat der Besitzelaus gesagt? Hat er wirklich gesagt ich werde verkauft ? Rudi wollte nicht verkauft werden, er mochte den Besitzelaus sehr, die anderen waren zwar gemein zu ihm, doch diese zugige Halle war sein Zuhause, sonst hatte er nichts… nichts als dieses zuhause… 

Nein, nein, nein…. Rudi zitterte und bebte… Seine Wände fingen an zu klappern, nein, er wollte hier nicht weg!!!

Und wie es vor lauter Angst und Panik noch in seinen Ohren rauschte, hörte er schon den Gesang der anderen Wohnmobile …    RUDI KOMMT WEG- WEG- JETZT SIND WIR WIEDER ALLEIN, ALLEIN. DENN ER KOMMT WEG- WEG- RUDI STEHT ALLEIN, ALLEIN- DENN ER KOMMT WEG…. WEG!  

Kurze Zeit später rief der Besitzelaus Dethleff- Rudolf nach vorne, die anderen Wohnmobile bildeten eine Gasse, sie lachten sich heimlich in die Reifen und stupsten ihn ein letztenmal an seinen empfindlichen Blinkern, während Rudi langsam und traurig nach vorne rollte. Der Besitzelaus nahm ihn mit rüber in die Waschhalle, schrubbte und schubberte seine Außenhaut, zog und fletschte über die Fenster und polierte seinen Lack.

Eigentlich liebte Rudi es ,wenn der Besitzelaus ihn hegte und pflegte, aber heute konnte er gar nichts genießen. Er hörte auch nicht was der Besitzelaus zu ihm sagte, er dachte immer nur todtraurig daran ,das es wohl die letzten Stunden waren, die er hier ,in seinem Zuhause, verbringen würde .

Er hatte furchtbare Angst wer und was da auf ihn warten würde… Bekäme er überhaupt noch einen richtigen Besitzer, oder würde er ausgeschlachtet werden sollen, würde das weh tun , er ist doch so empfindlich? Und wenn ihn wirklich noch jemand kaufen sollte, wer wäre es… Eine Familie oder ein altes Ehepaar und hätten sie einen Hund?

Rudi hatte nämlich eine rieeeeesen Angst vor Hunden, so wie eigentlich jedes Wohnmobil. Hunde sind das Schlimmste was es gibt, dachte Rudi, noch viel, viel schlimmer als Lochfraß, Fäulnis oder Motorschaden… Schon seine Oma las ihm früher das Märchen vom Rotwömchen und dem großen, bösen Hund oder der Vierbeinige Womofänger von Hameln vor.

Hunde… die pinkeln ihm frech an die Reifen, kauen wie wilde Wölfe innen an seinen Polstern, immer kitzeln sie ihn, wenn sie mit ihren Krallen über den Boden laufen und verhaaren ihm überall seine Heizdüsen.

Und wie Dethleff Rudolf noch traurig und gedankenverloren in der Halle stand , bemerkte er gar nicht wie schnell die Zeit verging. Bis er plötzlich hochschreckte und Motorgeräusche von irgendwo draußen vor der Halle vernahm. Es war also soweit, sein neuer Besitzer war da.

Rudi spitze die Ohren so stark er nur konnte, doch er hörte nichts weiter als sein eigenes Herz, das ihm bis in das Fußraumgebläse klopfte.

Dann öffnete sich irgendwann eeeeendlich und ganz langsam die Tür zu der Halle, in der Dethleff Rudolf wartete. Er blinzelte mit seinen Scheinwerfern, konnte aber durch das helle Licht von außen, gar nicht erkennen wer da zu ihm kam.

Bis, ja bis plötzlich eine junge Frau vor Rudi stand und ihn anstrahlte.

“ HÄÄÄÄÄ, eine Frau ???” , Rudi wusste gar nicht was er denken sollte, das konnte ja nicht sein. Wo blieb denn nun sein neuer Besitzer? Und warum strahlt ihn diese Frau so freudig an? Sie sah nicht aus wie eine Ehefrau oder Mama, da waren keine Kinder und einen Ring trug diese Frau auch nicht! Rudi war total verwirrt.

Doch die Frau sah irgendwie nett aus, dachte sich Dethleff Rudi so ganz, ganz tief in seinem Motorherz. Aber das konnte und sollte es ja wohl nicht gewesen sein, und so zuckte Rudi verlegen zusammen, als ihn diese Frau sanft über die Stoßstange streichelte.

Nein, nein, nein, dachte Rudi und sagte zu sich selber, das kann nicht sein, bleib standhaft , die wird nicht deine neue Besitzerin! So zog Rudi seine Türen zu, und verkrampfte so fest er nur konnte. Bevor hier nicht sein neuer, richtiger Besitzer stehen würde, würde er niemandem seine Türen öffnen!

Aaaaaach komm schon Rudi, sei nicht eingeschnappt, hörte er den Besitzelaus sagen. Doch Rudi war bockig, er wollte diese Frau nicht in sich eintreten lassen, er wollte jetzt sofort seinen neuen Besitzer sehen und diese Frau…. die kann noch so nett lachen, irgendwie riecht sie nach Hund,auch wenn ich den Bastard noch nicht sehe, dachte Rudi.

Ruuuuuuuudi, sprach der Besitzelaus und tupfte ihm sanft auf diese kleine Stelle hinter den Außenspiegel Ohren . Er wusste genau wie er Rudi wieder zum Lachen brachte, an diesem kleinen Punkt ist Rudi aber auch soooo kitzelig, und so hüpfte Rudi sofort vor lachen von links nach rechts und andersherum.

Rudi, hör mir mal zu, flüsterte der Besitzelaus Rudi in den linken Außenspiegel. Das ist Bel , sie ist eine nette, liebe, junge Frau und sie hat ganz großes Interesse an Dir. Ihr aller, aller größter Traum, ist es ein Wohnmobil wie Dich zu besitzen. Sie hat mir versprochen Dich zu hegen und zu pflegen und ich glaube, ihr könntet beste Freunde werden.

Aber Besitzelaus, flüsterte Rudi zurück, sie ist doch ein Mädchen!

Ja und Rudi , sagte der Besitzelaus, es ist doch ganz egal ob Junge, Mädchen, Paar oder Familie…. Sie hat mir versprochen immer auf dich aufzupassen, und ich vertraue Ihr und wenn Du dir sorgen machst wegen des einparkens, flüsterte der Besitzelaus jetzt noch etwas leiser, du bekommst von mir gleich noch eine ganz eigene, neue Rückfahrkamera , dann gibt es da auch keine Probleme!

Der Besitzelaus grinste Rudi an, und Rudi……..  der grinste zurück und öffnete Bel seine Türen. Eine eigene Rückfahrkamera, die hatte sich Rudi schon immer gewünscht.

Endlich durfte Bel, Rudi auch von innen sehen und sie war begeistert. Schon sehr, sehr lange hat sich nieman mehr so über Rudi gefreut und als Bel, auf Rudis Fahrersitz Platz nahm, und ihm vorsichtig über sein Lenkrad streichelte, bekam Rudi eine wahnsinnige Gänsehaut.

Ganz langsam entstand zwischen Dethleff Rudolf und Bel eine Art von Vertrauen. Rudi sah nicht mehr ganz so traurig aus, und Bel lachte so sehr vor Glück, das ihr Tränen in den Augen standen.

Nachdem Bel innen von Rudi begeistert war, schaute sie sich Rudi auch von außen nocheinmal ganz genau an, und blieb an Rudis Mal, an der rechten oberen Alkoven Ecke hängen. Rudi bemerkte Bels zweifelnden Blick sofort, und lief rot an. Scheiterte jetzt doch wieder alles an diesem kleinen Fehler?  Bel war unentschlossen, sie wollte Rudi so gern ein neues Zuhause geben, aber sie konnte es sich einfach nicht leisten, extreme Reparaturkosten für Rudi in Kauf zu nehmen. Was wenn da doch etwas feucht ist?

Der Besitzelaus versuchte alles um Bel von Rudi zu überzeugen, aber Bel war weiterhin unsicher.

Sollte Rudi etwas sagen, das war schließlich seine Chance doch noch weiter beim Besitzelaus zu bleiben, wo kein Käufer, da kein neues Zuhause. Aber er müsse bestimmt so oder so weg, dachte Rudi und wie würde der nächste Käufer wohl sein? Rudi war hin und her gerissen, doch dann platzte es plötzlich aus ihm herraus, Bel du musst dich nicht sorgen, ich schwöre Dir, auf das Leben meiner Achsen, ich habe dieses Mal schon Jahre und alles ist trocken, bitte nimm mich mit, ich mag Dich!

Das waren die Worte die Bel gebraucht hatte, sie vertraute diesem kleinen, alten Wohnmobil. Warum, das wusste sie auch nicht so genau, doch Bel merkte wie sich der Knoten in ihrem Bauch löste und das glückliche Gefühl zurück kam.

Ok, sagte Bel, einverstanden … Rudi, ich kaufe Dich und ich verspreche Dir auf dich acht zu geben und dich zu beschützen so gut ich nur kann.

Mit diesen Worten verließen Bel und der Besitzelaus die Halle in Richtung Büro.

Nun stand Rudi wieder allein in der Halle, er war ganz durcheinander und schaute sich ein letztesmal genau um. All die Geräte und Werkzeuge, den langen Wasserschlauch mit dem sie immer so viel Spaß hatten und die große, weiche Bürste, die sein Dach so schön abgerubbelt hat, all das sieht er nie wieder. Und schon war sie wieder da, diese Traurigkeit und das Gefühl ganz allein zu sein. Und wie Dethleff Rudolf noch mit hängenden Haubenwinkeln ein kleines Tränchen verdrückte, öffnet sich plötzlich die Hallentür und Rudis schlimmster Albtraum kam zur Tür herein…. Ein Hund !!!

Nein, schrie Rudi sofort, er macht einen riesen Satz in die andere Ecke der Halle, warf dabei noch die Leiter um, die schon hinter ihm stand, um die Kamera an seinem Heck zu befestigen. Rudi verkrampfte total, schloss krachend alle Türen und fauchte und heulte so böse auf, wie es sonst nur ein rasend schnelles Formel 1 Auto schafft.

Doch diese Hündin, die da zuerst auf Rudi zu kam, war mindestens genau so ängstlich wie Rudi selbst. Dieses kleine Hundmädchen erschrak so sehr, durch den Lärm der fallenden Leiter, der knallenden Türen und den bösen Geräuschen durch Rudi selbst, dass sie sich unter die nächste Werkbank flüchtete, und dort ,ganz hinten, in der absolut hintersten Ecke, mit eingekniffendem Schwanz und zitternd zum sitzen kam.

Sofort öffnete sich die Tür zum Büro,  Bel und der Besitzelaus standen im Eingang zur Halle.

Was ist denn hier los, schimpft der Besitzelaus sauer. Dethleff Rudolf , schau dir nur an was du gemacht hast, gut das noch niemand auf der Leiter stand, das hätte böse Enden können!

Was machst du denn nur?

Doch während der Besitzelaus noch schimpfend und fluchend, mit seinem dicken Bauch und den wehenden weißen Haaren durch die Halle rannte, saß Bel schon unter der Werkbank, denn wie ihr euch bestimmt schon denken konntet, war es ihre Hündin, die der Auslöser für die ganze Panik war. Illa hatte sich aus dem Auto geschlichen, und ist auf der Suche nach Bel in die Halle gedackelt.

Ganz langsam beruhigte sich Illa wieder, kam aus der Ecke heraus, und lag auf Bels Beinen, allerdings ohne Rudi aus den Augen zu lassen.

Rudi stand allerdings immer noch in der Ecke, kniff alle Türen und Fenster zu und würdigte Bel und Illa keines Blickes. Er wusste doch, dass da irgendwas nicht stimmen konnte. Rudi war nicht so ein Womo das Glück hatte und einfach so einen netten neuen Besitzer bekommt. Nein, so war es noch nie, und so ein Glückspilz wird er nie sein, dachte sich Rudi.

Außerdem hat er doch sofort gerochen, das Bel nach Hund stinkt , nein, das war zu viel des Guten, ein Hund wir niemals bei ihm einsteigen, niemals!

Während der Besitzelaus noch für Ordnung sorgte, stand Bel plötzlich direkt vor Rudi, doch Rudi wollte nicht reden, und so drehte er sich weg von Bel, und Strecke ihr seinen großen, breiten Womo Po entgegen.

Heeeey Rudi, sagte Bel, komm schon, hör mir wenigstens zu, ich finde das habe ich verdient. Ich habe Dir auch vertraut, jetzt schenk mir wenigstens ein bisschen Zeit um mich zu erklären.

Rudi drehte sich mürrisch wieder zu Bel um, doch rutschte er so weit in die Ecke, und somit weg von Bel, wie nur eben möglich.

Rudi, ich wusste doch nicht dass Du so eine Angst vor Hunden hast.

Ich habe keine Angst, ich habe vor gar nichts Angst, ich bin ein starkes Wohnmobil!, patzte Rudi ihr aggressiv entgegen. Das war zwar ein ganz, ganz kleines bisschen doll gelogen, dachte Rudi, aber das weiß Bel ja nicht!

Ok, ok sagte Bel schmunzelnd , Rudi ich wusste doch nicht das Du solcheeee ähhhhmmm Probleme hast, mit Hunden.

Aber weißt du, Illa , so heißt mein kleines Hundemädchen, gehört zu mir und steht an meiner Seite. Genau so wünsche ich mir, das Du Rudi, mal irgendwann an meiner anderen Seite stehst. Die Illa ist ein ganz liebes, kleines Hundemädchen, ich verspreche Dir, sie wird dich nicht beißen, oder an deinen Polstern knabbern. Und weil sie ein Mädchen ist, wird sie definitiv und niemals an Deine Reifen pinkeln, das geht nämlich als Mädchen gar nicht. Bitte, Rudi, ich bitte dich von ganzem Herzen, schau sie Dir an und gib ihr eine Chance. Ich bin mir sicher, wir werden ein gutes Team, und Illa wird dich auf jedenfall in dunklen Nächten beschützen.

Rudi war verzweifelt … Das wiedersprach allem, was er jemals gelernt und gesehen hatte. Man hat ihm doch immer gesagt, alle Hunde sind gefährlich, und wenn er dran denkt, wie sein früherer Kumpel “Hymer Herman “ vor Jahren aus dem Familienurlaub mit Hund zurück kam, übersät von Bisswunden , ja selbst das Futter der Kissen lag verteilt in Hermans Bauch , dann können Hunde nicht lieb sein.

Aber Bel hat ihm auch vertraut, was sein Mal angeht, was soll er nur tun….

Komm schon Rudi, flehte Bell ihn an, Vertrauen gegen Vertrauen …

Rudi schaute sich Bel noch einmal genau an, inspizierte jeden cm von Bel und sah ihr sekundenlang fest in die Augen.

Dann entspannte sich das kleine Womo, und öffnete langsam die Türen.

Bel freute sich, sie nahm Illa an die Leine, und ging langsam durch die Halle auf Rudi zu.

Ganz automatisch spannte Dethleff Rudolf, das kleine Wohnmobil, sämtliche Leitungen, Schräubchen und Dichtungen an und presste die Augen ganz fest zusammen…

Doch es passierte nichts… Illa saß schwanzwedelnd vor Rudi und strahlte ihn an. Sie saß einfach nur vor Rudi, und lachte … Und Rudi… Rudi sah Illa an, und ganz, ganz tief in ihm drin, vorbei an allen Schläuchen und Klappen, hinter der letzten Schraube , da wo noch kein Besitzer oder Werkstattmeister seine Hände hatte, loderte eine kleine, warme Flamme auf.

Doch Dethleff Rudolf blieb äußerlich starr, und nachdem Illa aufgestanden war, und auf seine geöffnete Tür zu lief, zuckte er wieder zusammen. Da griff Bel ein, und strich dem kleinen Womo sanft über die rechte Flanke. Glaube mir, Rudi… Vertrauen gegen Vertrauen.

Rudi nahm seinen ganzen Mut zusammen und blieb so entspannt wie es ihm nur eben möglich war stehen.  Illa sprang leicht und mit viel Gefühl, ohne Rudi mit ihren Krallen zu ziepen ein und kuschelte sich fest in eine Ecke von Rudis Bauch.

Das kleine Wohnmobil konnte es nicht fassen, Illa tat ihm wirklich nicht weh, Bel hatte recht, ganz im Gegenteil , eigentlich war es ein wunderschön warmes Gefühl , welches dieser kleine Hund durch sein weiches Fell, in Rudis Bauch erzeugte.

Wenige Augenblicke später rief der Besitzelaus Dethleff Rudi zu sich, denn er sollte ja noch die versprochene Rückfahrkamera bekommen, genau so wie eine extra Lichtleiste und , Rudi konnte es kaum fassen, eine niegelnagelneue Concorde- Phönix- Niesmann Bischoff Solaranlage.

Rudi war so aufgeregt, das er gleich mit vollgas und quietschenden Reifen nach vorn zum Besitzelaus raste, was im selben Moment natürlich Illa hochschrecken ließ.

Illa wusste in diesem Moment gar nicht was los war, und tippelte wild in Rudis Bauch vor und zurück, dies wiederum kitzelte Rudi so sehr, das er einfach nicht ruhig stehen bleiben konnte, und so sprang dieses kleine Wohnmobil wie ein Flo von links nach rechts, vor und zurück und hoch und runter durch die Halle.

Na , das kann ja noch was werden mit den Beiden, dachte sich Bel im stillen. Es dauerte eine gaaaaanze weile, bis sich das kleine Wohnmobil beruhigt hatte, und Illa auch wieder wusste wie ihr geschah.

Nachdem Dethleff Rudolf das letzte neue Teil installiert bekommen hat, Illa ihren Lieblingsplatz gefunden hat und ruhig da lag und Bell die Rechnung beglichen hatte wurde es ernst.

Obwohl die anderen Wohnmobile oft so gemein zu Rudi waren, standen jetzt alle um Rudi herum und verabschiedeten das kleine Wohnmobil mit vielen lieb gemeinten Reifen Stupsern . Mach es gut Rudi, gib auf dich acht Rudi und pass immer auf Deinen Ölstand auf , Rudi, erklang es aus allen Ecken. Zum erstenmal seit 10 Jahren in dieser zugigen Halle, hatte Rudi das Gefühl “ gemocht” zu werden und diese kleine Flamme , ganz , ganz tief in Rudis Motorraum erstrahlte noch ein wenig größer.

Rudi drehte sich um und fuhr langsam aus der Halle, er drehte sich von da an nicht nochmal um , er wollte von nun an nach vorn schauen.

Er öffnete seine Fahrertür, und ließ Bell auf seinem großen und sehr bequemen Sitzen platz nehmen.

Sie waren bereit den Hof zu verlassen, da stand der Besitzelaus plötzlich vor Rudi. Er stupste Rudie mit seinem dicken Bauch ganz sachte an seine Stoßstange, wie so viele hundertemale zuvor in den vergangenen Jahren. Dann beugte er sich über das kleine Wohnmobil, und streichelte ihm sanft und mit warmen Händen über die Motorhaube, dabei streifte sein langer Bart Rudis Scheinwerfer… Hi- hi- ho-ho-ha-ha ,juchzte das kleine Womo, Besitzelaus das kitzelt so sehr.

Entschuldige Rudi, sagte der Besitzelaus mit seiner tiefen , ruhigen Stimme, dann sprach er weiter: Rudi, du wirst mir fehlen, mein kleiner, doch ich weiß, Dir wird es bei Bel gut gehen, wahrscheinlich sogar noch besser als hier bei mir. Du wirst auf deine alten Tage endlich alles erleben, was Du dir schon immer gewünscht hast, vertraue Bel, und vertraue Illa, sie wird immer auf dich acht geben. Und denk dran, egal wo Du bist, und was geschehen wird, du hast jetzt 2 Freundinnen fürs Leben, Vertrauen gegen Vertrauen!

Schreib mir mal, mein kleiner Rudi, ich werde Dich vermissen ♥  …

Plötzlich erstrahlte die kleine Flamme , die bisher verborgen war hinter Metal, Öl und Staub, ganz tief in Rudi selbst, wie noch nie zuvor, ganz hell und warm. Zum erstenmal hatte Rudi das Gefühl geliebt und gebraucht zu werden, und aus einem alten, kalten, Wohnmobil, wurde ein schöner, warmer, wahrer Traum.

So verließen Illa, Bel und Dethleff Rudolf  den Hof mit einem herrlich , warmen Gefühl im Bauch und immer auf der suche nach gemeinsamen Abenteuern, denn sie wussten es konnte die Welt untergehen, an ihrer Seite wäre jemand dem sie vertrauen konnten.

    Und wenn sie nicht gestorben sind, seht ihr vielleicht heute noch ein kleines, warm leuchtendes Wohnmobil mit einem Mal an der rechten, oberen Alkhovenecke, einen aufgeregten Hund und eine Frau irgendwo auf der Welt, gemeinsam ein Abenteuer erleben.