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MAUTSTELLE !!!

Allein das Wort Mautstelle hat mich vor 4 Jahren nicht schlafen lassen und mir graute es vor den Zahlstellen auf der Autobahn!

Warum… na weil ich keinen Plan hatte wie das funktioniert mit „der MAUT und der Handhabung mit der Mautstelle“!

Ich meine, jeder Mensch weiß ja selbst von sich wie man so tickt und ich weiß, das Trottelchen Gen ist in meinem Körper stark verbreitet!

Ich bin diejenige, der im Parkhaus vor der Ausfahrt das Ticket aus der Hand fällt, ich bin diejenige die die rot beschriftete Stufe mitten in der Stadt trotzdem übersieht und ich bin auch diejenige die so in Gedanken ist, dass sie im Blumenladen fragt, ob die Blumensträuße einen Sonnenplatz benötigen! 🙂

Wie sollte das also an einer großen Mautstelle werden? Mir war ganz klar… ich werde die sein, die die gesamte Autobahn lahm legt! Ich werde hunderprozentig die sein, die sich schon bei der Zufahrt zur Mautstelle nicht entscheiden kann in welche Reihe sie fährt und im letzten Moment, von einem bösen Hupkonzert begleitet,  nochmal umentscheidet und damit die falsche Stelle anfährt!

Dies werde ich allerdings erst dann checken, wenn ich vor der Schranke stehe, sich hinter mir die anderen Fahrzeuge türmen. Während ich versuchen den anderen Fahrern klar zu machen, hallo,ich muss jetzt mal rückwärts aus dieser Spur heraus, werde ich damit die gesamte, große Autobahn lahm legen!

GENAU SO WIRD ES KOMMEN!!!!

Ehrlich, ich hatte vor meiner ersten Frankreich Tour schlaflose Nächte, bis ich absolut strikt beschlossen habe, ich werde auf gar keinen Fall, also auf gar, gar keinen Fall, eine Maut Autobahn benutzten.

Peage NEIN!!!!

Alles klar… auf nach Frankreich!

Der Plan „Peage NEIN“ hielt genau für 3 Tage, bis eben wieder mein Trottelchen Gen voll zuschlug! 🙂

Ich musste auf meinem Weg über die Landstrassen durch iiiirgendeine große Stadt, das Navi wiederholte sich im Sekundentakt, hier bitte rechts abbiegen!!! Erst ging es nicht, schließlich war ich auf der Linken Spur. Also links, links, links und nochmal von vorne! Schade, sieh an, die Strasse hat ja eine Baustelle und ist damit eine Einbahnstraße! Also, neuer Weg die 3.!  Nehmen wir halt die nächste Möglichkeit rechts, haaaach schade, kleiner Tunnel bis 3 m, könnte knapp werden!

Also, neuer Weg die 4., schon wieder Baustelle!  SCHITTTTTTT… jetzt hab ich den riesen Hubbel auf der Strasse übersehen, jetzt ist auch noch der Kühlschrank aufgesprungen und die Lebensmittel rollen durchs Womo!

ICH WURDE WAHNSINNIG!!!!!

Irgendwann ging einfach gar nichts mehr und ich fuhr erstmal, absolut gestresst, auf einen mini Parkplatz. Auf diesem Parkplatz stand ich allerdings auch halb im Weg  mit der dicken Omi, aber egal! ICH WAR GESTRESST UND DIE FRANZOSEN KÖNNEN MICH JETZT ALLE MAL!

Also habe ich erstmal den Kühlschrank wieder eingeräumt, mir eine geraucht und auf das Navi geschaut.

Es half alles nichts, um da irgendwie aus dieser verflixten Stadt zu kommen, ohne unter dieser mini Unterführung her zu müssen, blieb nur die Mautstelle! Anders hab ich es zumindest nicht gesehen!

Und das nach 3 Tagen Frankreich, auf meiner aller ersten Tour ins Ausland. Ausserdem konnte ich noch satte 5 Brocken französisch, Croissant, Baguette……MERCI! Ob mir das wohl beim lahm legen der Autobahn hilft?

Also bin ich runter von diesem kleinen Parkplatz und voller Panik den grünen Mautstellen Schildern gefolgt!

Puls von 180… mir war schlecht vor Aufregung! Irgendwann kam dann die Autobahn Auffahrt und ich hab noch kurz überlegt, ob ich einfach umdrehe und nach Deutschland zurück fahre! ERNSTHAFT! Ich hatte doch keinen Plan!

Dann bin ich aber doch in die Auffahrt eingebogen und wenige Momente später sah ich auch schon „das Grauen“.

Satte 2 Fahrspuren, eine mit Höhenbeschränkung, eine ohne und ein Ticketschalter wie in der Parkhaus Einfahrt.

Knopf drücken, Schranke auf… FERTIG! 🙂

Alle Aufregung vollkommen umsonst… !

Na toll! Also fuhr ich erstmal auf super ausgebauten Strassen, entspannt vor mich hin.

Aber… der nächste gedankliche Horror ließ nicht lange auf sich warten! Wann wird denn nun endlich die Mautstelle zum bezahlen kommen? Abgesehen davon dass ich dann ganz sicher die (leere) Autobahn lahm lege, was werden da für Preise auf mich zu kommen? Was ist, wenn ich das gar nicht bezahlen kann? Ok, im Womo gibt es noch Reserven, aber was ist wenn die Kohle nicht reicht?

Mit jedem Meter mehr auf dieser Mautstrasse, erhöhte sich mein gedanklicher Preis um hunderte Euro! Nach knapp 50 km war ich mir sicher… ich werd die Zeche niemals zahlen können, von der Bahn kam ich aber ja auch nicht anders (ist ja auch Sinn der Sache 🙂 ) und überhaupt, wenn ich dann noch die Bahn lahm lege, rifen die sowieso die Polizei!

Irgendwann sah ich dann die ersten “ bitte Bremsen“ Schilder und fuhr auf die wirklich große Mautstation zu, mit ungefähr 5km/h und zitternden Händen. Zig verschiedene Reihen zum bezahlen und üben drüber verschiedenen Zeichen…

Wie meine erste Mautstelle „ihr Ende“ nahm, erfahrt ihr ganz zum Schluss dieses Artikels.

Damit es euch aber nicht so geht wie mir und ihr keine schlaflosen Nächte wegen einer Mautstelle haben müsst, dreht sich heute alles um das Thema

Mautstelle, wie läufts!

Ich habe mich auf meiner letzten Frankreich Tour mal bemüht und einige Bilder von einer Mautstelle geknipst…. und dabei tatsächlich kurz meine Fahrspuhr/ Mautstellen Reihe blockiert, diesmal aber zumindest BEWUSST und GEWOLLT! 🙂

So funktionieren MautstellenAlso,beginnen wir mal ganz vorne, es gibt ein paar Dinge auf die ihr achten solltet, was Maut / Mautstellen angeht!

Aber… das ist alles halb so wild!!!! Es gibt keinen Grund aus Angst vor den Mautstellen mautfrei zu fahren. Ganz im Gegenteil, z.B in Frankreich sind die Maut- Autobahnen so super ausgebaut, da ist ein längeres Fahren echt entspannt. Auch finanziell solltet ihr euch überlegen, ob eine Mautstrecke nicht manchmal die bessere Wahl ist.

Klar, Maut kostet! Fahrt ihr aber auf den endlosen kleinen Land- und Küstenstrassen, auf denen auf 20 km 30 Kreisverkehre warten, sind die Sprit Kosten durch das ständige anfahren, bremsen, anfahren, bremsen auch nicht gering. Zumal die Wege meist deutlich länger sind.

Ich hab dazu schon mal etwas in dem Artikel „Günstig reisen, aber richtig“ geschrieben, diesen findet ihr HIER!

Jetzt geht’s aber wirklich um das Thema Mautstellen, ganz entspannt und detailliert!

Ihr fahrt also auf so eine Mautstelle zu und seht schon ca. 1 km vorher die ersten Warnzeichen und auch die Geschwindigkeit wird langsam reduziert.

Gerade wenn ihr mit einem Wohnmobil unterwegs seit, solltet ihr zu diesem Zeitpunkt auf die rechte Spur wechseln, wenn ihr euch dort nicht eh schon befindet.

Je näher ihr der Mautstation kommt, je deutlicher erkennt ihr die über jeder Spur befindliche Anzeigetafel.

Maut, so gehtsDort werden meist 3 verschiedene Zeichen zur Bezahlung eingeblendet, Bargeld (Scheine/Münzen), Kartenzahlung und ein Zeichen für eine mögliche Bezahlung auf Rechnung (in Frankreich ein großes T für Tele-Peage). Für diese Bezahlung auf Rechnung, benötigt ihr allerdings ein extra Gerät, für eine einmalige 14 Tage Tour durch z.B. Frankreich, nicht wirklich nötig. Von daher lassen wir dies hier jetzt mal außen vor!

Ihr schaut euch also an, wie ihr bezahlen möchtet und wählt demnach die Spur. Dabei solltet ihr allerdings beachten, mit einer normalen EC Karte könnt ihr meist nicht bezahlen. Ihr benötigt auf jeden Fall eine Kreditkarte.
Erklärung zur Thema MautstellenWenn ihr euch orientiert, seht ihr, dass sich bei sagen wir mal 10 möglichen Reihen, die ganz links für PKW samt Tele-Peage geöffnet wurden (nutzen eigentlich alle Einheimischen), dann teilen sich die nächsten Reihen in Kartenzahlung und Bargeld und die Reihen gaaaanz rechts, meist 1-2 , sind extra Reihen für LKWs.
Diese LKW Spuren sind deutlich breiter, haben keine Höhenbeschränkung und meist hängen auch die Automaten zum bezahlen höher. Zudem werden dort meist alle Möglichkeiten zum bezahlen angeboten. Ihr könnt diese LKW Spalten  auch nutzen, wenn ihr möchtet. Ihr solltet aber ansonsten, mit einem normalen 3,5t Wohnmobil, auch auf anderen Spuren klar kommen.

So, ihr habt euch also in die für euch passende Reihe gestellt und steht jetzt vor der Schranke!

Ganz einfach wird es natürlich, wenn es einen Angestellten gibt, der euch sagt wie viel ihr bezahlen müsst, ihr bezahlt, Schranke auf… los gehts!

Meist steht ihr allerdings vor einem Automaten, doch auch die Nutzung ist im Grunde total einfach!

Maut so gehtsUm es den Nutzern leichter zu machen und die höhen der verschiedenen Fahrzeuge auszugleichen, steht ihr sozusagen vor 2 übereinander gestapelten Automaten zum bezahlen, wie im Parkhaus.

Keine Panik vor der MautWelchen Automaten ihr zum zahlen nutzt, also ob oben oder unten, ist vollkommen egal, nehmt einfach den, an den ihr besser ran kommt.

Habt ihr einige Kilometer zuvor, bei der Auffahrt auf die Bahn, ein Ticket gezogen, rein damit!

Schon wird angezeigt was ihr bezahlen müsst und bezahlt ihr in Bar, schmeißt ihr den angezeigten Betrag ein ( die Automaten wechseln auch, bzw. geben zu viel gezahltes Geld zurück), die Schranke öffnet sich und weiter geht‘ s.

Zahlt ihr mit eurer Kreditkarte, handelt ihr eigentlich ganz genau so, ihr gebt nur noch die passende Pin zur Kreditkarte ein, die Schranke öffnet sich und los gehts!

Es ist also wirklich ganz einfach! Ihr braucht keine Panik zu schieben so wie ich es getan habe!

Bei diesem ganzen Thema über die Nutzung von Maut Stationen gibt es allerdings noch 2-3 Punkte zu beachten.

So lauft es an den Maut BereichenIch habe es auf meinen gesamten Touren 2 mal erlebt, dass man nur und ausschließlich, bar bezahlen konnte. Seit ihr also on Tour und nutzt ihr die Maut Strassen, denkt daran, dass ihr auf jeden Fall genügend Bargeld dabei habt. An der Mautstelle zu stehen, davon auszugehen dass man mit der Kreditkarte zahlen kann und das funktioniert nicht?! Doofe Situation!  Also, immer genügend Bargeld an Bord!

Ganz selten läuft etwas mit den Anzeigetafeln falsch, dann wird auf allen Spuren z.B. das T für Telepeage in Frankreich, angezeigt (siehe Bild). Lasst euch davon nicht verunsichern. In diesem Fall könnt ihr sowohl bar, als auch mit Karte bezahlen. Sucht euch einfach eine passende Spur und alles läuft rund.

Letzter Hinweis in diesem Zusammenhang…

Manchmal, eher selten, fahrt ihr auf eine Mautstelle zu, habt aber bis dato noch gar kein Ticket gezogen. Keine Panik! Manchmal gibt es Mautstellen, da bezahlt ihr „allgemein“ für die Nutzung dieser Strasse. Da ist der Preis also nicht nur davon abhängig wie lang ihr die Strasse nutzt.  Also, nicht gleich in Hektik ausbrechen, wenn ihr auf so eine Mautstelle zum bezahlen zu fahrt und habt vorher noch kein Ticket ziehen können. Ihr zahlt da einfach den angegebenen Preis und schon geht es weiter!

Fazit zur Maut…

Vielleicht denkt jetzt der Ein- oder Andere, was für ein bescheuerter Artikel!

Habt ihr aber zuvor noch nie Kontakt zu so einer Mautstelle gehabt, wisst also einfach noch nicht was da genau auf euch zu kommt und seit in einem fremden Land, dessen Sprache ihr nicht  gut sprecht,  kann ich jeden verstehen, der sich vorab argeeeee Gedanken macht! Wie schon gesagt, mir ging es nicht anders!

Ich kann aber mit bestem Gewissen sagen, macht euch nicht selbst vollkommen verückt! Die „Handhabung“ mit dieser Mautstelle ist echt einfach und selbsterklärend. Denkt nur dran, dass ihr euer Portmonai immer im Fahrerhaus parat liegen habt, alles weitere ist echt kein Problem! Man muss es nur einmal gesehen und gemacht haben!!!!

Zurück zu meiner ersten Tour samt Maut. 

Ich fuhr also immer weiter auf dieser Maut Strecke und war mittlerweile schon wieder fix und fertig, weil ich mir absolut sicher war, da kommen Kosten auf mich zu, die ich gar nicht mit meinem Bargeld an Bord decken kann!

Irgendwann kam sie dann also in Sicht, der Horror persönlich, ein riesig, großer Maut Bereich. Ich kramte schon verzweifelt in meiner Geldbörse herum, um zu checken, wie viel Kohle ich dabei habe. Ich war zwar vorher noch an der Bank, aber ich dachte ja auch, weiß Gott was da für Kosten auf mich zu kommen!!! Mit der großen, dicken, alten Omi!

Ich zückte also mein Ticket und siehe da, 17,40 Euro! 🙂 DAS WERDE ICH IN MEINEM LEBEN NICHT VERGESSEN! 

Die Schranke öffnete sich und ich fuhr endlich wieder ganz entspannt und schmunzelnd weiter!

Seit diesem Erlebnis nutze ich die Maut -Strecken teilweise sehr, sehr gerne und ich kann euch nur nochmal sagen, macht euch nicht verrückt! Die Handhabung mit den Mautstellen ist wirklich easy, die Fahrt auf diesen Streckenabschnitten ist extrem entspannt und auch bei den Kosten, solltet ihr nicht direkt davon ausgehen, dass jeder andere Weg deutlich günstiger sei!

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und diese ganzen Erlebnisse gehören nun mal zum Road Trip dazu 🙂 !

Ach so, braucht ihr noch Tipps zum Thema „Rechte und Pflichten auf Europas Straßen“ dann findet ihr alle Regeln und Gesetze für Wohnmobile und Wohnwagen in diesem Artikel: https://isaswomo.de/gesetze-fuer-wohnmobile-und-wohnwagen/

 

Also… alles halb so wild!

Ich wünsche euch tolle Touren und bleibt gesund!

Eure

Unterschrift IsasWomo

 

 

 

Und zu guter letzt… nochmal alle Bilder zum Thema Maut Station: