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So begeistert ich euch immer vom allein reisen berichte, so ehrlich möchte ich sein, wenn es um die ersten Tage allein mit dem Wohnmobil on Tour geht. Denn diese ersten Tage allein unterwegs fielen mir nicht leicht und ich weiß von vielen Erzählungen, dass ich diesbezüglich absolut kein Einzelfall bin.

Vor der ersten großen Tour überwiegt die Vorbereitung und die Aufregung steigt “bis zum geht nicht mehr”an. Man malt sich seine erste Tour in den strahlendsten und dunkelsten Farben aus, plant die Route und ist Wochenlang beschäftigt.
Dann kommt der große Tag, es geht eeeeendlich los… absolut euphorisch kommt man an seinem ersten Etappenziel an, eigentlich hat alles super funktioniert, ok die kleinen Anfänger Fehlerchen schieben wir mal beiseite, man brutschelt sich das erste Abendbrot auf Tour und fällt dann tot müde ins Bett, weil der Adrenalinspiegel ganz langsam abnimmt.

Dann kommt der nächste Morgen, vielleicht hat sich das Wetter verändert, vielleicht sieht alles aber auch nur so viel trüber aus als am Tag zuvor…. UND JETZT?

Hier also 8 Tipps um die ersten Tage allein unterwegs auf großer Womo Tour “zu überstehen”…

 

Stimmungs Tief beim alleine reisen

 

1. NICHT GLEICH ALLES AN DEN NAGEL HÄNGEN!

 

Ich glaube dieser erste Tipp ist der wichtigste von allen. Ich selbst war auf meiner ersten Tour allein unterwegs nur mm davor sofort umzukehren, das Womo zu verkaufen und den ganzen “Camping scheiss” an den Nagel zu hängen. Hätte ich damals schon gewusst, dass dieses “Tour Tief” in den ersten Tagen totaaaal normal ist und es ganz, ganz vielen allein Reisenden so geht (übrigens, schaut euch im Netz um, ganz gleich ob allein reisend im Womo oder allein unterwegs als Backpacker oder normaler Hotelgast), hätte ich damit viel besser umgehen können. Überkommt euch also dieses “Tourstart Tief”, hängt nicht gleich alles an den Nagel. Denkt daran… das ist total normal und ging schon tausenden Leuten vor euch so!

 

2. RAUS MIT EUCH!

 

Es ist egal wie das Wetter gerade ist, es ist egal ob euch danach ist, es ist auch egal wo ihr gerade steht… GEHT VOR DIE TÜR! Verschanzt euch nicht im Womo und grübelt darüber nach, ob ihr mit dem Kauf des Wohnmobils das Richtige getan habt, ob es furchtbar traurig ist, dass ihr allein unterwegs seid oder was auch immer…
Entschuldigt die klaren Worte aber “memmt nicht rum”! Schnappt euch lieber eure Tasche, eine Trinkflasche, den Hund oder was auch immer und geht raus! Egal wo ihr seid, es gibt IMMER irgendwas, das ihr euch ansehen könnt, das ihr besuchen könnt oder wo ihr einen Kaffee trinken könnt, also… NICHT EINIGELN… GEHT RAUS!

 

3. SUCHT EUCH LEUTE ZUM QUATSCHEN

 

Vielleicht fällt euch dieser Smalltalk gar nicht schwer, vielleicht seid ihr aber in solchen Situationen genauso stumm wie ich. Egal… irgendwie kommt man immer mit anderen Campern ins Gespräche. Fragt ob sie Kleingeld für den Strom wechseln können, ob sie einen Flaschenöffner haben, Du hättest Deinen vergessen… Was auch immer! Nur schaut, dass ihr mit anderen ins Gespräch kommt.
Mein Tipp… schaut auf die Nummernschilder im Ausland. Meist gibt es noch andere Touristen die gerne, für ein kleines Gespräch in eigener Sprache, offene Ohren haben.

Also scheut euch nicht! Wie gesagt, mir fällt sowas auch wirklich schwer, aber meine Oma hat in solchen Situationen immer das selbe gesagt… Wie wäre es denn anders herum… Wenn man Dich fragen würde ob Du Kleingeld wechseln kannst? Empfindest Du das als schlimm oder nervig? Nein?… ALSO!

 

4. KEINE SORGE!

 

Ich weiß noch auf meiner ersten großen Tour kam zu meiner eh schon miesen Stimmung auch noch hinzu, dass ich mir über alles einen riesen Kopf gemacht habe.
Ich saß abends mit Milla halb unterm Tisch, weil es so gestürmt hat und ich allen ernstes Angst hatte, dass das Womo umkippen könnte. Ich hatte ganz plötzlich Angst zu fahren,ich dachte ich komme nicht mit dem Womo klar usw. usw.
Dabei waren diese ganzen plötzlichen Bedenken totaaaaal unbegründet. Ein Wohnmobil kippt nicht um bei “Wind”… auch nicht bei ordentlich Wind. Auch viel Hagel halten die Fenster aus und warum solltet ihr plötzlich nicht mehr vernünftig fahren können? Bis zu dem jeweiligen Standort habt ihr es doch auch geschafft.
Macht euch nicht so viele unbegründete Sorgen, und wenn wirklich mal etwas kaputt geht, dann finden sich auch da Wege! Das sind alles keine Gründe sich solche Sorgen zu machen!

 

5. FANGT AN IM WOMO ZU KOCHEN!

 

Ich weiß, das klingt jetzt für viele nach dem letzten worauf sie Bock hätten, aber es geht um Ablenkung!
Überlegt euch was ihr Essen möchtet, geht vielleicht (im besten Falle) noch einkaufen und dann fangt an zu brutscheln.
Es geht darum das ihr euch ablenkt… und verbrannte Kartoffeln, überkochendes Wasser usw. lenken ab. Also, Herd an und los geht’s!

 

6. FAHRT WEITER RICHTUNG GUTES WETTER!

 

Nichts macht trübe Tage trüber, als so richtig schlechtes Wetter! Ihr könnt die tollste Route geplant haben, macht das Wetter nicht mit, wird eure Stimmung nicht unbedingt besser (und das sage ich aus 10 Tagen heulen in der regnerischen Bretagne). Schaut auf eure Wetter App, schmeißt den Motor an und fährt weiter in Richtung gutes Wetter. Dafür habt ihr ja ein Womo, es ist soooo leicht… ihr müsst vielleicht nur eure Route über den Haufen werfen, aber hey… entweder ihr fahrt die Ziele dann auf dem Rückweg an, oder fahrt dort vielleicht ein anderes mal hin.
Ich musste damals knallhart nochmal 350 km weiter fahren. Ich kam in Honfleure, Frankreich an, die Sonne schien, meine deutschen Nachbarn begrüßten mich herzlich und das gesamte Tief war von dem Moment an weggeblasen …Seit diesem Moment gab es kein weiteres “Starter Tief” mehr und ich bin extreeeem froh, damals nicht alles abgebrochen zu haben.

 

7. PLANT DIESES TIEF VORAB MIT EIN

 

Wenn ihr das erstmal allein unterwegs seid mit dem Wohnmobil, nehmt euch Zeit! Dies ist wohl auch ebenfalls einer der wichtigsten Tipps. Hey, im Normalfall habt ihr noch viele tolle Jaaaaaahre als Camper vor euch, ihr müsst nicht gleich alles auf einer ersten Tour sehen und erleben! Gebt euch Zeit! Rechnet mal vor dem Tour Start mit 2-3 schlechten Tagen zu Beginn eurer Tour. Wenn sie nicht kommen, SUPER! Dann habt ihr 2-3 Tage zum genießen. Kommt das Tief aber, müsst ihr euch nicht stressen. Ihr habt genug Zeit um euch vielleicht eine andere Route bei schönem Wetter, anzuschauen oder, oder, oder.
Zumal ihr wahrscheinlich auch einfach noch nicht so schnell im Umgang mit dem Womo seid. Was ja auch total normal ist! Also… gerade für die erste große Tour allein unterwegs mit dem Wohnmobil… lasst es ruhig angehen!

 

Letzter und 8. Tipp HÖRT AUF PERFEKT SEIN ZU WOLLEN

 

Kommt ihr wirklich in dieses Starter Tief, nagt sicherlich ein Gedanke genau so an euch wie an mir… KOMME ICH MIT DEM WOMO ZURECHT, HALTE ICH DIE BLICKE ANDERER STAND USW.
Dieses Gedanken entstehen aber nur, weil man automatisch am liebsten alles perfekt regeln möchte. Man möchte perfekt fahren, keine Bodenwelle übersehen, auf dem Stellplatz perfekt handeln und an der Ver und Entsorgung erst recht, gerade dann, wenn andere Wohnmobile auch warten, um Entsorgen zu können.
Vergesst den Gedanken, dass ihr perfekt sein müsst… ES WIRD EH NICHT FUNKTIONIEREN! Außerdem, HALLO IHR HABT URLAUB! Da muss man nicht perfekt sein! Und wenn mal ihrgendwas nicht auf Anhieb funktioniert… auch nicht schlimm! Es ist doch keine Schande wenn andere sehen dass ihr noch Anfänger seid oder vielleicht sogar mal Hilfe benötigt!
Ich habe zu Beginn meiner “Camper Karriere”sooooo viele Fehler und peinliche Momente erlebt… ja und… ich hab sie lachend überstanden.
Z.B stand ich mal an der Ver und Entsorgung und musste Wasser Nachfüllen, und hinter mir warteten schon zig andere Leute um auch an die Entsorgung fahren zu können. Ich würde also genau beobachtet!
Zum einen ist es nunmal ganz normal, das der gesamte Vorgang länger dauert, wenn man allein ist, dazu kam aber, das es so eine Wasserstation war, an der man den Knopf gedrückt halten musste, damit das Wasser läuft.
Für Leute die allein unterwegs sind, ganz doof, weil wer hält den Schlauch fest, wenn man auf den Knopf drücken muss.
Ich hab den Schlauch also möglichst weit in den Tank gesteckt und dachte da säß er auch relativ fest. Jetzt kommt dazu das mein Tank über die Beifahrerseite im Fahrerhaus befüllt werden muss.
Es kam wie es kommen musste… ich drücke aufs Wasser, der Schlauch schießt aus dem Tank und mein gesamtes Fahrerhaus war KLITSCH NASS!
Und das vor den Augen aller wartenden … SUPER!

Natürlich haben sich alle schlapp gelacht… ich selber irgendwann auch… und es blieb mir nichts anderes übrig als zu fragen, ob mir mal jemand helfen kann.

Mit Hilfe war es dann natürlich einfach, der Tank war schnell voll und ich konnte weiter…
Legt also den Gedanken ab, ihr müsst immer perfekt sein und alles alleine regeln, wenn ihr schon allein unterwegs seid. Manchmal braucht man eben Hilfe und dann ist es auch keine Schande danach zu bitten!

 






 

Warum schreibe ich euch das alles? Na weil ich wie zu Beginn schon gesagt denke, hätte ich vor meiner ersten langen Auslandstour gewusst, dass sooooo viele dieses Tief haben, ich hätte mich viel besser drauf einstellen können.
Ich will euch damit AUF KEINEN FALL ANGST MACHEN! Vielleicht bekommt ihr dieses Starter Tief ja auch gar nicht, dann ist es doch super und ihr könnt gaaaaaanz entspannt und bei bester Stimmung allein unterwegs eure Tour genießen!
Kommt das Tief aber doch… dann zweifelt nicht sofort am großen Ganzen. Ich kann euch nicht sicher sagen, warum so viele dieses Tief bekommen… aber es liegt definitiv daran, dass eure Psyche euch einen Streich spielt. Nur weil ihr dieses anfangs tief habt, bedeutet das noch lange nicht, dass euch das gesamte Camping Ding nicht gefällt! Ihr seht es an mir… wie gesagt, ich war mm davor, alles abzubrechen… und heute frage ich mich wie ich jemals nicht Camper sein konnte.

Macht euch also nicht zu viele Sorgen und gedanken, wenn in den ersten 2,3,4 Tagen die Stimmung sinkt… das ging tausenden Leuten die allein unterwegs sin vor euch genau so!

 

Also…. TSCHAKKA… POPO HOCH UND WEITER MACHEN!

 

Das wichtigste ist eh… bleibt gesund! Körperlich und Seelisch… und das seit ihr auch, wenn die ersten Tage mal nicht soooo gut sind!

Eure

IsasWomo Camping, Wohnmobile für Alleinfahrer und Paare