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Auch wenn das Camping Auto, Fahrzeug, Reisemobil Rad nicht neu erfunden werden kann, so gab es auf der CMT 2019 doch immerhin die ein oder andere „Weltpremiere“. Eine der ganz großen Neuigkeiten… die Markteinführung des ersten echten E-Wohnmobils, Iridium!

Ich, Isa- the Technik-special Agent herself- war bei der Iridium Pressekonferenz und habe mir das Fahrzeug mal genauer angesehen.

 

Infos, News und Fakten – Das Iridium E-Wohnmobil

 

Iridium E-Wohnmobil Weltpremiere

Wenn man es nicht wüsste, von außen sieht der cleane Flitzer aus wie jedes andere Wohnmobil

 

Wer steckt hinter dem ersten E-Wohnmobil?

Hinter dem Iridium steckt eine Zusammenarbeit zweier Unternehmen. Zum einen der Wohnmobilhändler WOF mit Sitz in Weilheim unter Teck und zum anderen das Unternehmen EFA’S als starker „Technik Partner“ mit Sitz in Stuttgart.

Wof ist einer dieser Wohnmobilhändler „Giganten“, der vor allem die Fahrzeugmarke BELA in Deutschland vertritt und auf vielen großenb Reise& Camping Messen einen eigenen Stand hat.  Vom Unternehmen EFAS habt ihr in der Vergangenheit vielleicht schon selbst gelesen, denn sie sind dafür zuständig, dass es bereits die ersten E-Omnibusse gibt, bzw. einige UPS Paketboten mit E-Fahrzeugen eure Päkchen ausliefern.

Dank der Zusammenarbeit eines Wohnmobilhändlers wie WOF und einem starken Technik Partner wie EFA’S, sehen die Vorraussetzungen für ein gelungenes erstes E-Wohnmobil meiner Meinung nach gar nicht schlecht aus!

 

E-Wohnmobil Iridium

Das Herzstück, der Boardcomputer im Iridium

 

Iridium – Das erste E-Wohnmobil

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Iridium um ein „ganz normales“, weißes, teilintegriertes Wohnmobil. Wäre das Fahrzeug hier auf der Messe nicht besonders gekennzeichnet, würde man es von außen nicht als E-Wohnmobil erkennen.

Dabei wird es das E-Wohnmobil zukünftig in zwei verschiedenen Baureihen geben. Zum einen in einer „Luxus“ Variante bei welcher der Innenausbau von Maurer stammt (Maurer baut z.B. auch Starliner aus) und individuell gestaltet wird und zum anderen in einer Baureihe die 1 zu 1 dem BELA Basis Modell P69 entspricht.

Iridium Fakten: 

Länge: 6,95m

Breite: 2,32m

Höhe: 2,95m

Doch bereits beim Gewicht wird der Unterschied zu einem normalen Reisemobil wie dem Bela P69 deutlich, denn das Gesamtgewicht des Iridiums liegt bei Baureihe 1 bzw. 2 bei 4200kg/ 4000kg. Somit fällt der Gedanke an ein 3,5t E-Womo schonmal flach.

 

Thema Technik

Das erste echte E-Wohnmobil wurde mit einer 106 kWh starken Battterie versorgt, was bedeutet… nach offiziellen Angaben schafft das „Reisemobil“ eine Distanz von 300 km.

Dabei war die große Frage natürlich, wie viel Zeit benötigt die Batterie für einen kompletten Ladezyklus. Dieses ist stark davon abhängig mit wieviel Power eine passende „Steckdose“ ausgestattet ist. Positiv ist sicherlich, dass das Iridium Wohnmobil mit beiden läufigen Steckerformen aufgeladen werden kann. Also sowohl mit einem Typ 2 Stecker, als auch mit den neueren CCS Schnelllade Steckern.

Nichts desto trotz blieb die Frage nach dem Dauer eines Ladezyklus und da wären wir bei:

  • ca. 30 Stunden, wenn man das Fahrzeug an einen normalen, 3,6 kW Haushaltsstecker anschließt
  • bei ca. 5-6 Stunden an öffentlichen Ladestationen mit 11 bzw. 22 kW
  • und bei ca. 2,5 Stunden an einer öffenlichen Schnelladestation mit 50 kW

Aktuell verfügt das E-Wohnmobil noch nicht über eine typische Bremsenergie-Rückgewinnnung. Aktuell ist es wohl noch so, dass die Energie durch das Bremsen wirklich erst dann gewonnen wird, wenn man auch richtig auf die Bremse tritt, eine Rückgewinnung im z.B. zähfließenden Verkehr ist somit nicht möglich.

 

Iridium

Irgendwie siehts komisch aus, so ohne Schaltung 🙂

 

Mein persönlicher Eindruck vom ersten E-Wohnmobil

Haaach, wie soll ich es am besten schreiben? Also… wir müssen nicht darüber streiten, dass es auf jeden Fall sehr positiv ist, dass es mittlerweile eine Unternehmenskooperation gibt, die sich über den Breich der E-Wohnmobile Gedanken macht.  Ich meine egal wie schwachsinnig das ganze Thema auch sein mag, aber das Diesel Fahrverbot wird uns alle zu reisenden Geiseln machen, aus diesem Grund MUSS sich zu der ganzen Thematik etwas tun und Veränderungen eingeleitet werden.

Aus diesem Grund… HUT AB FÜR DIESEN ERSTEN ECHTEN VERSUCH!!!

Nichts desto trotz harpert es (meiner Meinung nach) bei dem Iridium aktuell noch an allen Ecken und Enden. Gerade wenn ich an die übliche Camper Praxis denke, sehe ich momentan noch riesen Probleme im Iridium Konzept.

Fangen wir mal direkt mit der Reichweite an. Ja, 300 Kilometer sind erstmal sicherlich nicht so schlecht, aber 300 km bedeuten eben auch… ich käme nichtmal von Dortmund in einem Rutsch an die Nordseeküste. Zudem müssen wir natürlich auch sagen, diese 300 km von denen alle sprechen sind unter optimalen „Labor“ -Bedingungen entstanden. Soweit ich weiß gilt z.B. für diese Reichweitenmessung eine Durchschnittgeschwindigkeit von 65 km/h. Fahrt mal mit dem Womo 100 km/h bei Gegenwind…. dann geht die Batterie aber ganz zügig zuneige. Somit stelle ich die angegebene Reichweite mal in DICKE Fragezeichen!

Das zweite groooooße Problem sehe ich bei dem Thema „aufladen“. Auch wenn die Iridium Veratwortlichen auf der Pressekonferenz anderer Meinung waren, so gehen meine Erfahrungen ganz klar dahin, dass Reisemobilisten auch gerne mal eine etwas längere Strecke fahren möchten, es sind eben nicht immer nur die Kurzurlaube im Bereich von 150 km.

Das hieße also, um die Batterien wieder voll aufzuladen, müsste man im aller günstigsten schnellade Fall bei sagen wir mal 200-250 km eine gut 2,5 Stündige Pause einlegen.

Nehmen wir nur mal die Strecke Dortmund – Calais (Frankreich) von 455 km. Diese Strecke ist mit einem normalen Reisemobil wirklich gut in einem Schwung (meinetwegen auch mit einer ordentlichen Pause) zu schaffen. Mit einem Iridium E-Wohnmobil würde dies aber wahrscheinlich ohne Laborbedingungen bedeutet, dass man midensten 1,5 Batterie Aufladungen Pause einplanen müsste, wenn man mit vollen Batterien von zuhause aus startete. Was dann eben auch bedeuten würde… man müsste im aller, aller besten Fall mit knapp 4 Stunden Pause rechnen. Bei einer Strecke von 455 Kilometern ist das schon echt viel, denke ich.

Nehmen wir mal den anderen Fall, man fährt mit dem E-Wohnmobil ca. 200 km und verbringt dann eine Nacht auf einem Stellplatz/ Campingplatz zum laden und am nächsten Tag geht es weiter. Soweit so gut… ja das kann grundsätzlich sicherlich funktioneren. Nichts desto trotz sehe ich auch hier größere Probleme.

Die Probleme beginnen schonmal damit, dass ganz viele Stromleitungen auf Stell- und Campingplätzen gedrosselt sind. Wenn ein Ladezyklus mit einer ganz normalen Haushaltsleitung schon 30 Stunden dauert…. na dann mal viel Spaß wenn die Camping Leitung auch noch gedrosselt ist.

Zweites Problem… gerade in der Hauptsaison gibt es auf vielen Stellplätzen eh schon den „Kampf“ um einen freien Stromstecker. Wenn ihr jetzt also mit einem E-Wohnmobil unterwegs wärt, würdet ihr ja im Grunde sogar zwei Stromanschlüsse benötigen, einen für „das normale Leben im Womo“ und einen zweiten Anschluss, um die Batterie wieder aufzuladen. Gerade dieser Punkt ist doch aktuell auf kaum einem Stell- oder Campingplatz möglich, oder wie viele Plätze kennt ihr die zwei Stromanschlüssen pro Wohnmobi bietenl?

Oben auf kommt dann noch das Thema, dass es in vielen Ländern Europas ganz viele Stellplätze gibt, die gar keinen Strom anbieten. Ich denke da z.B. gerade an Frankreich. Viele französische Stellplätze bieten zwar 1-2 Notfallsteckdosen, an denen man dann 3-4 Euro PRO STUNDE für den Strom bezahlt, aber eben keine typischen Landstrom Anschlüsse. (Wenn ihr mehr Infos zum Thema Strom & Frankreich erfahren möchtet dann klickt auf den Artikel Camping für Anfänger in Frankreich). Somit fallen also viele einfache Stellplätze für E-Wohnmobil Fahrer von vorneherein aus.

Nach der Pressekonferenz habe ich nochmal extra mit den Herstellern über dieses Problem gesprochen. Denn auch wenn es immer wieder hieß, man möchte eine künftige „Camping Ladestrucktur“ aufbauen, so gab es keine weiteren Infos dazu. Also habe ich nochmal genau nachgefragt und aktuell ist es so, dass es noch KEINERLEI feste Kooperationen mit irgendwelchen Stell- oder Campingplätzen gibt. Man möchte dies ganz gerne in Zukunft in Angriff nehmen, aber noch steht man bei diesem Thema auf NULL!

Sooooo und wenn ich mir dann all diese Themen und Probleme so durch den Kopf gehen lasse, dann ist ein Preis von 169.000 Euro in der Baureihe 2 schon ganz schön happig. Ich meine, der ganz normale BELA P69 kostet aktuell 43.990 Euro. Das sind dann mal eben mehr als 120.000 Euro, nur für die E-Mobilität, die dann aber in der Praxis leider noch nichtt wirklich ausgereift ist.

 

IRIDIUM das erste E-Wohnmobil im Fakten Check

Das aktuelle Ausstellungsstück ist noch nicht komplett ausgebaut, aber ihr könnt euch ja den BELLA P69 ansehen

 

Fazit zum Iridium E-Wohnmobil

Iridium- das erste E-Wohnmobil

Dein Pin zum E-Wohnmobil Artikel

Ich finde es schon wirklich respektable, dass es mittttlerweile einen Hersteller gibt, der sich traut diesen Markt zu eröffnen. Gerade wenn ich an die Pressekonferenz des CIVD denke und die Aussage des Präsidenten Hernn Pfaff, dass nur 5 % aller Reisemobilisten vom Diesel Thema betroffen seien und die großen Hersteller ja nunmal auch nichts richtiges auf die Beine stellen, als irgendwelche Studienfahrzeuge, finde ich den Schritt seitens Iridium mutig!

Das ist auch der Grund, warum ich dieses Thema aktuell nicht einfach abharken möchte, oder wie es in vielen sozialen Medien heißt… E-Wohnmobil, das ist doch lächerlich! Nein, ich finde das Thema ist weder lächerlich, noch sollte man es komplett verteufeln.

Ich finde aber leider auch, dass Iridium mit dem ersten E-Wohnmobil zwar etwas richtungsweisendes auf den Markt gebracht hat, nur aktuell ist so ein Womo eben noch vollkommen unpraktikable. Da kann der Hersteller noch hundertmal betonen, man reist viel weniger lang mit einem Reisemobil als man so glaubt…. meistens sind es dann aber eben doch mehr als die labortechnischen maaaaaaaaximalen 300 km.

Und ob sich ein Preis von knapp 170.000 Euro auf Dauer tatsächlich halbwegs rentiert, weil die Batterie Lebenszeit weit mehr als 8 Jahre   betrifft, das wage ich aktuell auch etwas zu bezweifeln. So leid es mir tut, aber BELA Reisemobile gelten aktuell ja auch nicht unbedingt als die „Kröhnung der massiven Qualität“ und wenn wir es mal ganz, ganz einfach sehen, dann ist die Iridium Baureihe 2 nunmal nichts anderes als das einfache BELA Reisemobil samt E-Technik.

Nichts desto trotz ist die Markteinführung für Iridium geschafft und die ersten E-Wohnmobile sollen im Juni/Juli 2019 ausgeliefert werden. Jetzt im ersten Jahr rechnet der Hersteller mit ca. 20 verkauften Modellen.

Zusammengefasst denke ich…

Das erste Iridium E-Wohnmobil ist eine mutige Idee und ein erster Schritt in die richtige Richtung, nur leider aktuell in dieser Variante ziemlich unpraktikable und damit dann auch viel zu teuer. 

Aber was denkt ihr über das erste E-Wohnmobil? Wie steht ihr zu dem ganzen Thema?

Ich freue mich über vieeeeeele Kommentare 🙂

 

Bis dahin sag ich… bleibt gesund!

 

Eure

IsasWomo, das Reisemagazin für Alleinreisende

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