page contents
Teilen erwünscht:

Ich bin mittlerweile seit fast genau 4 Jahren immer wieder als Frau allein mit dem Wohnmobil unterwegs und seit knapp 1,5 Jahren schreibe ich zu diesem und vielen anderen Themen IsasWomo.

In den vergangenen vier Jahren, in denen ich allein mit dem Wohnmobil unterwegs war, habe ich so viele schöne und spannende Dinge erlebt, bei denen ich mir ziemlich sicher bin, ich hätte sie so, in dieser Form nicht erlebt, wäre ich eben nicht allein mit dem Wohnmobil on Tour.

Diese Seite, IsasWomo, schreibe ich seit knapp 1,5 Jahren, was für so eine „Internetpräsenz“ noch wirklich nicht lange ist. Doch in diesen vergangenen 16 Monaten haben mich knapp 50 E- Mails von anderen Alleinfahrern erreicht, oder vor allem von  Leuten, die ebenfalls den Traum,  als Frau allein mit dem Wohnmobil on Tour zu sein, träumen.

Doch in diesen E-Mails geht es immer wieder um das selbe Thema. Um große Sorgen, Ängste oder Bedenken im Zusammenhang mit dem Thema allein als Frau mit dem Wohnmobil zu verreisen!

Aus diesem Grund möchte ich euch heute einfach mal ein paar Anekdoten und Erfahrungen  aus meinem alleinfahrer Alltag erzählen. Es geht diesmal also nicht um wunderschöne Routen, oder spezielle Tipps für euren Campingurlaub, sondern heute wird es mal wieder sehr persönlich, es geht um mich und meine Erfahrungen.

Ich hoffe also, dass ich mit diesem Artikel ein bisschen Mut und Begeisterung teilen kann.

Erlebnisse, als Frau allein mit dem Wohnmobil on Tour

 

Eine meiner schlimmsten und zugleich wichtigsten Erfahrungen bezüglich des Alleinfahrens, hatte ich direkt zu Beginn meiner “ Womo Karriere”. Es war im Februar, wir hatten das Womo gerade wenige Tage/ Wochen und ich befand mich auf meiner aller, aller ersten Womo Tour… an der Nordsee.

Bis dahin hatte ich ja noch nieeeeee etwas mit Wohnmobilen und Camping “am Hut”, bis auf die Einweisung war also wirklich alles neu! So hatte ich natürlich durchgehend einen Puls von 280… nicht vor Angst, sondern vor Aufregung!

Die ersten 2 Tage stand ich in Jemgum / Ditzum und lernet das Womo ganz langsam kennen.

Wie läuft der Alltag so ab auf einem Stellplatz, wie funktioniert das mit dem Strom… ja selbst das Einschalten des Herdes war für mich neu und stellte mich erstmal vor ein Problem 🙂 Was zu Beginn meiner Zeit, in der ich als Frau allein mit dem Wohnmobil verreiste, aber auch immer wieder ein Thema war, waren die Meinungen anderer. Schön bescheuert!!!! Aber gerade weil die Erfüllung meines Traumes bei vielen Freunden und der Familie nicht wirklich gut ankam, wollte ich natürlich nicht „versagen“! Ich wollte auch als Frau allein mit dem Wohnmobil zurecht kommen und vor allem wollte ich, dass mir dieses ganze „Camping Ding“ gefällt! Bis dato waren meine Camping Träume ja eben eines Träume! Erfahrungen hätte ich bis dato keine! 

 

Nach 2 Nächten in Jemgum/ Ditzum tuckerte ich weiter in Richtung Neuharlingersiel und war erstmal enttäuscht! Das Wetter wurde immer kälter und grauer, mittlerweile hatten wir Nachts wieder Minustemperaturen und insgesamt war Neuharlingersiel bei weitem nicht so schön und spannend, wie ich es aus Kindertagen in Erinnerung hatte.

Also machte ich es mir mit Milla zusammen im Womo gemütlich, bis es  plötzlich verdammt kalt wurde und ein Blick auf das Heizungspanel mich “fix und fertig” machte.

Es blinkte hier, es blinkte da und laut Anleitung war dies das Zeichen für einen “erheblichen Systemschaden”, welcher nur von einer Werkstatt behoben werden konnte.

 

Es folgten echt miserable Stunden…

Ich schaltete die Heizung an und aus, prüfte das Gas, aber der Schaden blieb bestehen und es wurde kälter und kälter…

Daraufhin suchte ich im Netz Rat, aber alle Tipps brachten mich nicht weiter, bis sich „ein Retter in der Not“ meldete, der in der Nähe von Neuharlingersiel lebt. Mein Retter konnte für mich direkt um 8 Uhr, am nächsten Tag, einen Termin in “seiner” Werkstatt vereinbaren (also nicht seine Werkstatt, sondern die Werkstatt in welcher er selber seit Jahren Kunde ist).

Selten habe ich so eine beschissene Nacht erlebt! Zum Glück hatte ich Milla an meiner Seite, auch im Alkoven… und wir beide kuschelten uns eng aneinander, so dass wir trotz Minustemperaturen nicht gefroren haben. Gedanklich entwickelte sich mein Traum allerdings immer weiter zum Albtraum. Mein Puls stieg von 280 auf 380 und gerade Nachts, wenn eh alle Probleme viel größer wirken als am Tage, sah ich mich schon vor einer teuer bezahlten Womo Ruine.

 

Nach einem seeeehr kalten Morgen stand ich also pünktlich um kurz vor 8 Uhr an der Werkstatt und bekam die ersehnte Hilfe. Die wirklich sehr, sehr netten Mechaniker kümmerten sich um meine alte Heizung und der nächste Schock ließ nicht lange auf sich warten…. die gesamte Heizung war hin! ( Und nein ich wurde nicht über den Tisch gezogen, man zeigte mir hinterher die defekten Teile und es gab insgesamt 3 Stellen innerhalb der Heizung, die komplett “durch geschmurgelt” waren)

Es musste also ein komplett neues Heizungssystem eingebaut werden… mit Arbeitsstunden über 2000 Euro!

Und das auf der aller, aller ersten Tour…

Ich heulte denen erstmal die Werkstatt voll! Aber es half ja alles nichts, ein Womo ohne Heizung und warmen Wassers war ja nunmal auch nichts, also musste sich etwas ändern! Und, sieh an, wieder gab es eine Lösung!

Zum einen befand ich mich in einer spezialisierten Womo Werkstatt, nichts desto trotz war es schon Zufall, dass die Werkastatt gerade ein passendes Modell da hatte, welches eigentlich in ein zu verkaufendes Womo eingebaut werden sollte.

Zudem merkten die Mechaniker natürlich in welcher Lage ich mich befand und zudem hatten wir auch noch Freitag, das kalte Wochenende nahte also. Alle Leute in der Werkstatt waren wirklich sehr nett und hilfsbereit. So kam es dazu, dass die Werkstatt die Termine von „bekannten Kunden aus der ländlichen Umgebung“ absagten/ verlegten und sich 2,5 Mechaniker über Stunden um mein Wohnmobil bzw. die Heizung kümmern konnten.

 

Gegen 20 Uhr fuhr ich auf den Stellplatz in Norddeich auf, absolut platt, fix und alle, sehr viel ärmer, aber mit einem warmen Wohnmobil und der Gewissheit… egal was kommen mag, ich werde damit fertig! Es gibt keinen Grund Heim fahren zu müssen, den Traum nicht „gestemmt zu bekommen“ und vor allen Leute, die meinen Weg eh nicht gut fanden, wie ein Depp da zu stehen.

Nach diesem Tag wusste ich, die Erfüllung meines Traums war die richtige Entscheidung und was auch kommen mag… es gibt einen Weg, mit den „Problemchen“ zurecht  zu kommen!

 

Dies war, wie gesagt, finanziell und aus Womo sicht wohl die negativste, aber auch wichtigsten“Lektion“ die ich lernen musste, seitdem ich als Frau allein mit dem Wohnmobil unterwegs bin.

Aber es gab bisher auch ganz viele schöne, lustige und spannende Erlebnisse allein on Tour, bei denen ich mir sehr sicher bin, unter anderen Umständen wären sie so nie geschehen.

Mädels allein im Wohnmobil, es gibt so viele tolle Erfahrungen!

Wie z.B diese:

Irgendwann in den vergangenen Jahren stand ich im Herbst auf dem Stellplatz am Steinhuder Meer.

Das Wetter war gut, also baute ich mal wieder meine Stühle und den Tisch auf und machte es mir, zusammen mit Milla, bei einem lecker Käffchen vor dem Womo gemütlich. Wir schauten uns an wie die neuen Nachbarn ankamen und neben uns einparken und insgesamt hing ich so meinen Gedanken nach.

Bis eben dieses Paar, welches gerade neu neben mir geparkt hatte, aus dem Womo ausstieg, freudestrahlend auf uns zu kam und zu erzählen begann:

Nicht erschrecken, aber wissen Sie was, wir haben uns jetzt entschieden Sie einfach mal anzusprechen…

AHAAA, guter Plan dachte ich mir! 😉

Wissen Sie eigentlich, wir sind jetzt zum 3. mal in diesem Jahr Womo Nachbarn!

Und das bei meinem Personengedächtnis… ich erkenn ja meine direkten Nachbarn auf der Strasse nicht, geschweige denn, dass ich wüsste, wer in den letzten Monaten neben mir stand. 🙂

Naja, aber die beiden erzählten weiter:  Wir wissen genau, dass Sie dieses Jahr schon in Greetsiel waren und auch in Süddeutschland haben wir Sie getroffen.

Ahaaaaaaa…. jaaaaaa das stimmt! Ich war echt baff!

Na, so viele Frauen die allein mit dem Wohnmobil unterwegs sind, gibt es ja nicht, allein aus diesem Grund haben Sie sicherlich einen gewissen Wiedererkennungswert. Dann noch die lila Stühle und ihr kleiner Hund ( wasssssssss, Milla ist doch nicht klein, Milla ist ein Doggen Kampfhund… im Geiste 😉 !), Sie sind schon zu erkennen! Gerade fuhren wir hier auf den Platz auf und da sahen wir Sie schon wieder! 🙂

Und weil wir jetzt schon das 3. mal nebeneinander stehen, dachten wir, es wird dringenst Zeit, dass wir uns mal vorstellen. Wir sind… und … und jetzt erzählen Sie uns doch mal wie es dazu kommt, dass Sie so viel und immer allein, unterwegs sind?!

So begann ein ganz, ganz schöner Nachmittag und Abend. Da ich ja gerade Kaffee gekocht hatte, setzten wir uns erst bei mir zusammen, bevor wir am Abend noch gemeinsam ein “Bierchen” (oder Radler) trinken gegangen sind.

Leider haben wir uns seitdem nie wieder gesehen, der Zufall wollte es einfach nicht, aber ich bin mir sicher, iiiirgendwann werden wir ganz bestimmt das 4. mal “ Womo Nachbarn” werden!

 

Als Frau allein mit dem Wohnmobil unterwegs!

Was ich kann, kannst DU schon lange!

Ein ähnliches und doch wieder ganz anderes Erlebnis, hatte ich vor vielen Jahren auf dem Stellplatz in Bocholt.

Ich fuhr also auf den Stellplatz auf und ich weiß noch, das Wetter war ganz schön mistig!

Es war kalt und regnerisch, einfach bäääähhhh! Aber gut, ich bin ja kein schönwetter Camper und so ein Regentag im Womo, kann ja  auch mal seeeehr gemütlich sein!

Ich fuhr also auf den Platz, suchte mir ein nette Parzelle, stöpselte noch schnell den Strom ein ( jaaaa, trotz ussel Wetter) und wollte dann zur Anmeldung zum bezahlen gehen.

Ich war gerade auf dem Weg zur Anmeldung, da “stürmte” ein Holländer aus seinem Womo.

Ohne mist, es ist nicht übertrieben, er stürmte wirklich aus seinem rollenden Zuhause und rannte, wild winkend, auf mich zu… Heeeeeyyyyyy, sorryyyyyyyyy….

Mein erster Gedanke… was will der Mann von mir?

Doch dann stellte sich folgendes heraus:

Das Ehepaar hatte meinen alten, kleinen, ganz privaten Blog verfolgt und wartete tatsächlich immer wieder gespannt vor dem Laptop auf neue Berichte von mir. 

Dabei verstanden die beiden Holländer gar nicht alles was ich mir da so zusammen geschrieben habe, aber die Beiden fanden es sooooo toll, dass es da eine Frau gibt, die allein mit Hund durch Europa tingelt, dass sie regelmäßig auf neue Berichte gewartet haben.

Wie die Beiden  überhaupt auf meine vorherige, wirklich kleine, alte, einfache Seite gekommen sind, ließ sich nicht klären. Aber seitdemie mir da folgten, haben sich auf jedem Stellplatz nach mir umgesehen. Da ich mit meinen Angaben  vorsichtig war und eigentlich immer im nachhinein geschrieben habe,wo ich in den letzten Tagen stand, wussten also niemand wo ich ganz aktuell stehe, Aus diesem Grund suchten die Beiden wohl immer wieder die Stellplätze nach Milla, der Omi und mir ab.

Irgendwann muss ich dann allerdings doch geschrieben haben, dass ich mich auf den Weg nach Bocholt begebe. Das war der Startschuss für die Beiden holländischen Camping Freunde. Die Zwei müssen direkt alles geparkt haben und sind los…. auf nach Bocholt!.

Tsssssss…. ich war vollkommen von den Socken.

Ich meine …. HALLO…. wer verfolgt schon einem ganz kleinen, privaten Blog und macht sich dann extra auf den Weg, um mich mal persönlich kennen zu lernen. Die beiden waren im weiteren Verlauf auch total lieb und ganz zurückhaltend. Sie wollten mir einfach nur  persönlich sagen, dass sie es gut finden, dass ich allein als Frau mit dem Wohnmobil unterwegs bin. WAHNSINN, oder ! 🙂

Aber natürlich, und ich denke das ist auch ganz normal,  habe ich auch andere Erfahrungen gesammelt. Und dabei meine ich nicht die, von den eeeewig gestrigen, die nicht damit klar kommen, dass wir Mädels auch alleine reisen dürfen!

Sondern ich meine z.B. dieses Erlebnis: Spooooooooky!

In den aller ersten 10 Tagen meiner Schweden Tour war ich mir ja noch nicht soooo sicher und fuhr nur Stell oder Campingplätze an. Darum suchte ich mir in der Promobil App einen Stellplatz raus, der für mich reeeeelativ günstig lag auch wenn ich noch einige Kilometer durch den tiefsten Wald tuckern musste!

Aber gut… auf mich sollte ein Campingplatz warten, mit einem separaten Stellplatz vor dem eigentlichen Campingplatz gelände. Vielleicht sollte ich noch sagen, gerade dieser Tag war Wettertechnisch einer der miesesten meiner ganzen Schwedentour.

Es regnete ständig, es war grau und total nebelig… und das Anfang Juni!

Ich kam also irgendwann an diesem Campingplatz MITTEN im Wald an und es war echt gruselig! Der gesamte Campingplatz war leer und verlassen! Dabei war der Platz aber nicht gesperrt oder geschlossen, nein… alles war bereit für Gäste, es kam nur NIEMAND!

Ich fuhr also erstmal auf die ausgewiesenen Wohnmobil Stellplätze und schaute mich, aus dem Womo heraus, um.

Ich schwöre euch…. es war wie in einem schlechten Horrorfilm!

Überall Nebelschwaden, dann dieser verlassene Campingplatz mitten im Wald und dazu kam auch noch, das dieser Campingplatz ein “ Märchen Thema” für mögliche Kinder ausstellte.

Überall auf dem Gelände standen “Märchen Puppen”, große Pilze, kleine Häuschen usw.

Das war alles soooooooo spooky! Aber laut meiner App gab es im Umfeld auch keinen anderen Stellplatz und durch vorher getätigte Einkäufe, war es mittlerweile auch schon ganz schön spät geworden.

Noch eine wirklich weite Tour zu einem anderen Stellplatz wollte ich also auch nicht mehr unternehmen.

Also stieg ich erstmal aus und schaute mich an der Anmeldung um…

Vorne stand noch ein großes Schild, das sich neue Gäste bitte anmelden sollten, an der Anmeldung angekommen war dann allerding alles geschlossen. Es hing aber ein Zettel an der Tür, das sich neue Gäste bitte telefonisch melden sollten.

Ok, ok, ok… als Frau allein mit dem Wohnmobil on Tour und jetzt also ganz allein, mitten im nebeligen, schwedischen Wald!

Ich versuchte also die Person hinter der angegebenen Nummer zu erreichen, dort war aber immer besetzt!

Dann holte ich also erstmal Milla aus dem Womo und wir schauten uns das Gelände mal näher an. Es half ja alles nix! 😉

Ehrlich… ich habe in meinem ganzen Leben noch nie etwas soooooo gruseliges erlebt, da ist jeder nächtliche Spaziergang auf einem Friedhof ein Kindergeburtstag gegen!

Dieses ganze Campingplatz Gelände war rieeeeesig groß, und wie gesagt, eigentlich sah alles so aus, als würde hier jeden Moment ein Gäste Ansturm erwartet… aber es kam niemand!

Wir spazierten also über das Gelände, welches sich immer weiter in den Wald zog. Es gab auch überall Wegweiser, irgendwo gaaaaanz tief im Wald musste es auch noch ein Märchen Tippe geben und es gab sogar verschiedene Saunen mitten im Wald.

Ich war nur eben ganz, ganz, gaaaaaaanz allein! Und dann überall diese komischen Puppen… hinter dem einen Baum tauchte ein Zwerg auf, mitten im Wald stand Schneewittchen und am aller schlimmsten war die gruselige Hexe neben einem total verwahrlosten alten Wohnwagen!

 

Irgendwann wurde es mir dann echt zu viel, ich dachte, jeden Moment kommt ein Typ mit Kettensäge aus dem Wald gesprungen… also machten wir uns nach knapp 20 Minuten wieder auf den Rückweg.

Dann erwartete uns allerdings noch ein weiterer gruseliger “ Höhepunkt”…

MONSTER MÜCKEN!

Ich habe noch nieeeee solche Mücken erlebt. In den ganzen Monaten in Schweden hatten wir nieeeeee Probleme mit Mücken, aber da im Wald schon! Aus wirklich jedem Busch kamen riesige Mücken und die waren so “ wild”, die stachen sogar durch die dicke Jeans!

Ich wollte nur noch zurück zum Womo und so fingen wir ( soweit möglich) an zu rennen, immer schneller und schneller! Nur zurück zum Womo und verbarrikadieren!

Zurück am Wohnmobil machte ich erstmal alle Schotten dicht, kochte mir einen Tee und überlegte was ich jetzt mache! Einerseits war es super unangenehm da, andererseits dachte ich auch, jetzt bleib mal auf dem Teppich! Du bist hier in der absoluten Einöde, bevor hier was passiert, klopft eher ein Elefant ans Womo!

Also habe ich wieder versucht den Betreiber zu erreichen und eeeeendlich, konnte ich am Abend die Familie erreichen!

Zum Glück konnten wir uns sehr gut auf englisch unterhalten und ich merkte, da auf der anderen Seite war ein total netter Familienvater, dessen “DRILLINGE” gerade flach lagen und er aus diesem Grund den Platz schließen musste, bzw. waren “ warum auch immer” ja eh keine Gäste da!

Wir telefonierten einige Minuten und als er erfuhr, dass ich da ganz alleine stehe und auch allein als Frau mit dem Wohnmobil unterwegs bin, war er gleich noch doppelt so nett.

Er meinte zwar, er schafft es nicht morgen früh Brötchen zu bringen, aber dafür kann ich kostenlos so lange stehen wie ich möchte. Ich soll mir Strom nehmen und er gab mir auch das Passwort für den Internetzugang.

 

Dieses telefonat beruhigte mich doch schon deutlich, auch wenn mir dieser ganze Ort weiterhin nicht ganz “normal” vorkam.

Vorsichtshalber habe ich dann auch mal besser Milla mit in den Alkoven genommen! 🙂

Doch nachdem ich mich noch ungefähr 10 mal davon überzeugte, dass da wirklich nur diese Puppe in der Dunkelheit steht und kein Massenmörder… habe ich erstaunlich gut geschlafen.

 

Am nächsten morgen sah die Welt dann schon gaaaaaaaaanz anders aus!

Die Sonne schien, der Nebel war weg gezogen und ich öffnete die Womo Tür bei schönstem Sommer Wetter. Der kleine See am rande der Anmeldung lud Milla zum planschen ein und jetzt, so in der Sonne, sahen auch die Märchenpuppen ganz nett aus.

So frühstückte ich also erstmal in aller Ruhe und war gerade beim Abwasch, als ein weiteres Wohnmobil ankam. Eine Familie aus Recklinghausen!

Schnell kamen wir auch ins Gespräch und ich erzählte ihnen von meinen Erlebnissen und dem Telefonat mit dem Besitzer.

 

Wir verstanden uns auf anhieb so gut und die beiden Kids waren so lieb (und verstanden auch das Milla angst vor ihnen hat), dass schnell feststand, jetzt bleibe ich doch tatsächlich noch eine weitere Nacht an diesem spooky Ort stehen.

Am Nachmittag kam dann auch der Besitzer vorbei gefahren und brachte ein ganzes Tablett Zimtschnecken zur “ Entschuldigung” mit… obwohl er ja gar nicht sicher wusste dass ich noch da bin.

 

Es folgte ein wirklich schöner, sonniger Nachmittag. Der Betreiber setzte sich auch noch zu uns und erzählte, dass er erst vor wenigen Tagen den Campingplatz gekauft habe. Das Gelände war eigentlich geschlossen, darum gäbe es auch noch keine Gäste und Reservierungen. Dass er jetzt gerade zur Hauptsaison den Platz übernommen hat, war natürlich nicht ganz so günstig, aber er hofft einfach, dass auf Dauer noch einige neue Gäste dazu kommen und ab kommendem Jahr läuft dann alles “normal”.

 

Die kommende Nacht durfte Milla dann auch wieder unten in ihrem Körbchen schlafen 🙂 . Nach einer sehr guten und total ruhigen Nacht mitten im Wald, fuhren wir ganz entspannt am nächsten Tag weiter…

 

Warum schreibe ich euch das alles???

Na weil ich hoffe, ich kann euch zeigen, dass man auch als Frau allein mit dem Wohnmobil on Tour sein kann.

Ich habe in den vergangenen Jahren ganz klar festgestellt, es gibt keine Situation, aus der man nicht wieder heraus kommt.  Selbst wenn die Tage mal nicht so rund laufen, es geht immer weiter!!! Manchmal vielleicht anders als geplant, aber in all den Jahren die ich als Frau allein mit dem Wohnmobil unterwegs bin, gab es nie eine Situation, die mich vor unüberwindbare Probleme gestellt hat.

Plus muss ich ganz deutlich sagen, echte Probleme oder “unheimliche Situationen” sind höööööchst selten!

Zu 99 Prozent überwiegen die tollen Erlebnisse, Bekanntschaften die sich eben genau aus diesem allein on tour sein ergeben, oder auch einfach tolle Momente in einem Cafe, am Strand oder bei einem kleinen Hundespaziergang.

Ich kann euch sagen, nur durch diese Situation, dass ich irgendwo allein im Cafe oder vor dem Womo einen Kaffee getrunken habe, gab es Gespräche mit z.B. einer ganz lieben, ganz alten Nonne und ihre sicht der Dinge, in Schweden wurde ich zum “ Nachbarschafts Tanz” eingeladen, ich durfte hinter die Kulissen einer Pilgerstätte schauen, in Wilhelmshaven habe ich eine mehrfache Millionärin kennengelernt die mir von ihrem Leben erzählte oder in Südfrankreich habe ich mit Hippies einen “entspannten” Nachmittag samt Gitarre und Sing-Sang erlebt.

Also bitte…. traut euch !!!!

Fahrt los und erlebt eure Region, Deutschland oder gar Europa!

Wie heißt es so schön… nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird, und das gilt auch wenn man als Frau allein mit dem Wohnmobil unterwegs ist.

 

Also, raus mit euch… und bleibt gesund!

 

Eure

Unterschrift IsasWomo, Alleinfahren, Camping, Outdoorkleidung